Erneuerbare Energien und Gas legen deutlich zu
Stromnachfrage steigt, Kohle stagniert, Öl verliert an Dynamik weltweit

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrem aktuellen Global Energy Review einen Anstieg der weltweiten Energienachfrage um 2,2 Prozent im Jahr 2024 festgestellt. Besonders stark trugen Schwellen- und Entwicklungsländer zu diesem Wachstum bei, auf die mehr als 80 Prozent des Zuwachses entfielen. Innerhalb der Energiebranche war der Stromsektor führend: Der globale Stromverbrauch stieg um 4,3 Prozent – nahezu doppelt so stark wie der Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist der Ausbau erneuerbarer Energien. Die Kapazität erneuerbarer Stromerzeugung wuchs 2024 um rund 700 Gigawatt, was einen neuen Jahresrekord bedeutete – zum 22. Mal in Folge. Zusammen mit einem Zuwachs bei der Kernenergie trugen emissionsarme Quellen zu 80 Prozent des Anstiegs bei der weltweiten Stromerzeugung bei. Die Stromproduktion insgesamt erhöhte sich um 1.200 Terawattstunden, wobei Solarenergie mit etwa 480 Terawattstunden und Windenergie mit 180 Terawattstunden den größten Beitrag leisteten. Auch Wasserkraft verzeichnete einen Zuwachs von 190 Terawattstunden, was laut IEA jedoch überwiegend auf wetterbedingte Faktoren zurückzuführen ist.
China dominierte beim Ausbau erneuerbarer Energien erneut und stellte zwei Drittel der weltweit neu ans Netz angeschlossenen Kapazitäten. Dabei entfielen 340 Gigawatt auf Solarenergie und 80 Gigawatt auf Windenergie. Indien, das bevölkerungsreichste Land der Welt, erhöhte seine Solarkapazität um rund 30 Gigawatt – eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr, jedoch weniger als ein Zehntel der chinesischen Ausbaurate.
Parallel dazu blieb der weltweite Kohleverbrauch stabil. Trotz eines Anstiegs um lediglich ein Prozent erreichte der Verbrauch ein neues Rekordhoch. China allein verbrauchte 40 Prozent mehr Kohle als der Rest der Welt zusammen. Der Anteil von Kohle an der globalen Stromerzeugung sank dennoch auf 35 Prozent – den niedrigsten Stand seit Gründung der IEA im Jahr 1974.
Ein weiterer Profiteur war Erdgas. Die weltweite Nachfrage stieg 2024 um 2,7 Prozent auf ein Rekordniveau von 115 Milliarden Kubikmetern. Besonders in China sorgten Hitzewellen und der verstärkte Einsatz von LNG-betriebenen Lastwagen für einen Nachfrageschub. Allerdings schwächte sich die Entwicklung zum Jahresende ab, als gestiegene Spotpreise für Flüssigerdgas die Nachfrage dämpften.
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Zur AktienanalyseIm Gegensatz dazu verzeichnete Rohöl nur einen Zuwachs von 0,8 Prozent. Der Anstieg resultierte vor allem aus der petrochemischen Industrie. Gründe für die verlangsamte Entwicklung waren unter anderem der zunehmende Einsatz von Elektrofahrzeugen, der Ausbau von LNG-Transportern und Hochgeschwindigkeitszügen, insbesondere in China.

