Ermittlungen gegen Engel & Völkers beendet
Zentrale entlastet, einzelne Filialen bleiben weiter im Visier der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat die Ermittlungen gegen das Maklerunternehmen Engel & Völkers eingestellt. Der Verdacht, das Unternehmen habe ein System der Scheinselbstständigkeit gefördert, hat sich nach Angaben der Behörde nicht bestätigt. Oberstaatsanwalt Carsten Nowak erklärte, dass umfangreiche Ermittlungen keinen Hinweis darauf ergeben hätten, dass die Franchisegeberin ein solches System vorgegeben oder unterstützt habe. Damit endet das Verfahren gegen das Management der Engel & Völkers Zentrale ohne weitere Auflagen.
Engel & Völkers arbeitet überwiegend mit selbständigen Maklerbüros, die unter der bekannten Marke in verschiedenen regionalen Märkten tätig sind. Mitte Dezember 2024 waren im Rahmen der Ermittlungen insgesamt 18 Filialen des Unternehmens durchsucht worden. Der Verdacht richtete sich ursprünglich gegen das zentrale Management, insbesondere wegen des Vorwurfs, das deutsche Sozialversicherungsrecht systematisch umgangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte nun jedoch klar, dass sich dieser Verdacht nicht erhärtet habe.
Trotz der Einstellung der Ermittlungen gegen die Zentrale bleiben Verfahren gegen einzelne selbständige Lizenznehmer bestehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird in mehreren Fällen weiter geprüft, ob es in einzelnen Filialen tatsächlich zur Beschäftigung von Scheinselbstständigen gekommen ist. Oberstaatsanwalt Nowak betonte, dass diese Ermittlungen vorerst weitergeführt werden. Das Verfahren hatte seinen Ausgang beim Lizenznehmer in Bielefeld genommen. Dessen Anwalt, Carsten Thiel von Herff, hatte bereits zu Beginn erklärt, dass es lediglich um wenige Einzelfälle gehe, die zudem nur einen kurzen Zeitraum betreffen würden.
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Zur AktienanalyseEngel & Völkers ist Deutschlands größter Immobilienmakler und auf die Vermittlung von hochwertigen und oft luxuriösen Immobilien spezialisiert. Im zuletzt veröffentlichten Konzernabschluss für das Jahr 2023 wies das Unternehmen über 1,1 Milliarden Euro an Verkaufsprovisionen aus, die von mehr als 13.000 Maklern erwirtschaftet wurden. Durchschnittlich erzielte damit jeder Makler im Jahr rund 82.000 Euro an Provisionen. Die Ermittlungen hatten das Unternehmen im Dezember 2024 stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, insbesondere durch die Durchsuchungen an mehreren Standorten durch den Zoll. Nun ist zumindest für die Unternehmenszentrale Klarheit geschaffen worden.


