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EQT übernimmt Range Resources: Megafusion schafft US-Erdgasriesen

Reine Aktientransaktion mit über 50 Milliarden US-Dollar Volumen schafft größten vertikal integrierten Erdgasproduzenten der USA.

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EQT übernimmt Range Resources: Megafusion schafft US-Erdgasriesen

Der US-Energiekonzern EQT Corporation hat die Übernahme von Range Resources in einer reinen Aktientransaktion vereinbart. Der Deal hat einen Gesamtwert von über 50 Milliarden US-Dollar, einschließlich der Schuldenübernahme, und schafft den nach eigenen Angaben größten vertikal integrierten Erdgasproduzenten der Vereinigten Staaten. Die Transaktion, die im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden soll, unterliegt noch der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der Aktionäre.

Gemäß den Bedingungen erhalten die Aktionäre von Range Resources 0,987 EQT-Aktien für jeden gehaltenen Anteil. Dies entspricht einem Angebotspreis von etwa 54,91 US-Dollar pro Aktie, was einem Aufschlag von rund 20,6 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag entspricht. Nach Abschluss der Fusion werden die EQT-Aktionäre etwa 73 Prozent des kombinierten Unternehmens halten, während die Investoren von Range Resources die restlichen 27 Prozent kontrollieren.

Die Marktreaktion fiel deutlich aus: Während die EQT-Aktien im vorbörslichen Handel um 4,6 Prozent nachgaben, verzeichneten die Papiere von Range Resources einen Anstieg um 10,1 Prozent. Für Anleger spiegelt dies die typische Dynamik einer Übernahme wider, bei der das übernommene Unternehmen von der Prämie profitiert, während der Käufer zunächst die Integrationskosten und die Verwässerung einpreist.

Ein neuer Branchenführer entsteht

Das fusionierte Unternehmen wird täglich mehr als 9 Milliarden Kubikfuß Erdgasäquivalent produzieren und damit den bisherigen Branchenführer Expand Energy (ca. 7,5 Milliarden Kubikfuß) übertreffen. Das Portfolio umfasst fast 3 Millionen Netto-Acres im Appalachian Basin, über 30 Jahre an Bohrreserven sowie 3.700 Meilen an Midstream-Infrastruktur. EQT-CEO Toby Rice betonte, dass die Fusion zwei der hochwertigsten Vermögenswerte Nordamerikas vereine.

Die Konsolidierungswelle in der US-Schiefergasindustrie, zu der auch die Fusion von Devon Energy und Coterra Energy im Februar zählt, wird durch verschiedene Faktoren vorangetrieben. Reuters berichtet, dass die steigende Nachfrage durch Rechenzentren die Aussichten für US-Erdgas verbessert habe, was Produzenten zu einer Ausweitung der Kapazitäten und einer tieferen Bohrplanung bewege.

Die Financial Times hebt zudem geopolitische Gründe hervor: Der Iran-Konflikt beeinträchtige die Flüssigerdgasexporte aus Katar und Abu Dhabi, wodurch Europa stärker auf US-Lieferungen angewiesen sei. Zudem streben Produzenten durch die Kontrolle über die Midstream-Infrastruktur – ein Bereich, in den EQT bereits 2024 durch den Rückkauf seines Pipeline-Geschäfts investierte – eine größere Unabhängigkeit von Drittanbietern an.

Führung und erwartete Synergien

Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt in Canonsburg, Pennsylvania, unter der Leitung des bestehenden EQT-Managementteams. Zwei Vertreter von Range Resources, darunter CEO Dennis Degner, werden in den Verwaltungsrat von EQT einziehen. Degner unterstrich, das neue Unternehmen sei ideal positioniert, um von der wachsenden inländischen und internationalen Nachfrage zu profitieren.

EQT erwartet durch die Fusion jährliche Einsparungen von rund 325 Millionen US-Dollar innerhalb von zwei Jahren sowie eine Verbesserung des Free-Cashflow-Break-evens auf unter 2 US-Dollar pro Million British Thermal Units. Diese Kennzahlen sind für Investoren besonders relevant, da sie die Profitabilität des kombinierten Konzerns auch in Phasen niedriger Gaspreise stützen sollen.

Für deutsche Anleger ist die Transaktion vor allem vor dem Hintergrund der europäischen Energieversorgung von Bedeutung. Da Europa nach den geopolitischen Verwerfungen verstärkt auf US-Flüssigerdgas setzt, könnte ein konsolidierter US-Produzent wie das neue EQT-Range-Konglomerat die Verhandlungsposition auf dem Weltmarkt verändern. Ob die Fusion wie geplant im ersten Quartal 2027 abgeschlossen wird, hängt nun maßgeblich von den kartellrechtlichen Prüfungen und der Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen ab.

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