EQT sichert LNG-Lieferungen aus Texas
NextDecade plant fünfte Anlage mit Milliardeninvestition und globalen Partnern

Der US-Energiekonzern EQT wird künftig über einen Zeitraum von 20 Jahren jährlich 1,5 Millionen Tonnen Flüssigerdgas aus der geplanten fünften Verflüssigungsanlage des Rio-Grande-Terminals von NextDecade in Texas beziehen. Das gaben beide Unternehmen am Mittwoch bekannt. Die Lieferung soll auf Free-on-Board-Basis erfolgen und sich preislich am US-amerikanischen Henry-Hub-Index orientieren. Voraussetzung für das Abkommen ist eine endgültige Investitionsentscheidung von NextDecade für die Anlage, die im vierten Quartal erwartet wird.
NextDecade entwickelt derzeit das Rio-Grande-LNG-Projekt mit einer Gesamtkapazität von 17,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen am Bau der Verflüssigungseinheiten vier und fünf, die zusammen weitere 10,8 Millionen Tonnen pro Jahr ermöglichen sollen. Für Train 5 plant NextDecade den Abschluss der Vermarktung im dritten Quartal, während für Train 4 bis Mitte September eine positive Investitionsentscheidung ansteht. Solche Entscheidungen erfolgen in der Regel, sobald genügend Lieferverträge gesichert sind, um die Finanzierung des Projekts zu gewährleisten.
Die Vereinbarung mit EQT reiht sich in eine Serie ähnlicher Verträge ein, die NextDecade mit internationalen Partnern abgeschlossen hat. Zu den bisherigen Abnehmern zählen unter anderem Saudi Aramco, TotalEnergies und das japanische Energieunternehmen JERA. Um die Umsetzung von Train 5 abzusichern, verlängerte NextDecade die Preisgültigkeit seines bestehenden Vertrags mit dem Baukonzern Bechtel Energy. Der Zeitraum, in dem die vereinbarten Konditionen gelten, läuft nun bis zum 15. November und nicht wie zuvor bis Mitte September. Das Unternehmen schätzt die Gesamtkosten für den Bau von Train 5 und die zugehörige Infrastruktur auf rund 6,7 Milliarden US-Dollar.
Die Ankündigung wirkte sich unmittelbar auf den Aktienkurs von NextDecade aus, der im nachbörslichen Handel um 4,3 Prozent zulegte. Finanzielle Einzelheiten des LNG-Liefervertrags mit EQT wurden nicht veröffentlicht. Analysten sehen in der Strategie von EQT eine konsequente Ausrichtung auf langfristige Versorgungssicherheit und eine breitere Vermarktung. Durch die Bindung an internationale LNG-Benchmarks und den schrittweisen Ausstieg aus regionalen Preisstrukturen könnten sich zusätzliche Wachstumschancen für das Unternehmen eröffnen.
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Zur AktienanalyseDie Dynamik im US-LNG-Sektor nimmt insgesamt zu, seit die Regierung Anfang des Jahres das zuvor geltende Moratorium für neue Exportgenehmigungen aufgehoben hat. Die Vereinigten Staaten sind mittlerweile der größte Exporteur von Flüssigerdgas weltweit, und die kommerzielle Aktivität in diesem Bereich entwickelt sich rasant. Für Unternehmen wie NextDecade und EQT bietet dies die Grundlage, ihre Projekte schneller voranzutreiben und langfristige Absatzmärkte zu sichern.


