Epstein-Akten: Goldman Sachs Chefjuristin und Dubai-CEO treten zurück
Veröffentlichung von Millionen Dokumenten löst weltweite Rücktrittswelle bei hochrangigen Führungskräften aus

Die Veröffentlichung von Millionen Seiten an Dokumenten durch das US-Justizministerium im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat weitreichende Konsequenzen für prominente Persönlichkeiten weltweit. Mehrere hochrangige Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik sind bereits von ihren Ämtern zurückgetreten, nachdem ihre Verbindungen zu Epstein öffentlich wurden.
Zu den betroffenen Personen gehören der Chefjurist der Investmentbank Goldman Sachs, der CEO des größten Hafenbetreibers von Dubai, ein ehemaliger Harvard-Präsident sowie der Vorsitzende einer führenden US-Wirtschaftskanzlei. Auch ehemalige US-Spitzenpolitiker wie Bill und Hillary Clinton sowie der britische Botschafter in den USA sind in die Affäre verwickelt.
Epstein hatte sich 2008 in Florida der Anstiftung zur Prostitution schuldig bekannt, wobei ein Anklagepunkt ein minderjähriges Mädchen betraf. Er verbüßte 13 Monate Haft und durfte während dieser Zeit regelmäßig zur Arbeit gehen. Im August 2019 nahm sich Epstein in einem New Yorker Gefängnis das Leben, wenige Wochen nach seiner Verhaftung wegen Sexhandels mit Minderjährigen.
Rücktritte bei Goldman Sachs und in Dubai
Kathryn Ruemmler, Chefjuristin bei Goldman Sachs und ehemalige Beraterin von Präsident Barack Obama, kündigte am 12. Februar ihren Rücktritt zum Monatsende Juni an. Laut Wall Street Journal gehörte sie zu drei Personen, die Epstein nach seiner Verhaftung 2019 anrief. In E-Mails bedankte sie sich bei Epstein für Luxusgeschenke und nannte ihn "Onkel Jeffrey". Ruemmler erklärte gegenüber dem Journal: "Ich bedauere es, ihn jemals gekannt zu haben, und habe großes Mitgefühl mit den Opfern."
Sultan Ahmed bin Sulayem trat am 13. Februar als CEO von DP World zurück, nachdem er den Hafenbetreiber zehn Jahre lang geleitet hatte. Dokumente zeigen, dass Epstein ihn einst als einen seiner "engsten Freunde" bezeichnete. Sulayem hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Anwaltskanzlei und Universität betroffen
Brad Karp legte am 4. Februar sein Amt als Vorsitzender der Wirtschaftskanzlei Paul Weiss nieder, das er seit 2008 innehatte. Akten belegen, wie Karp sich bei Epstein für einen Abend im Jahr 2015 bedankte und anfragte, ob dieser seinem Sohn 2016 zu einem Job bei einem Woody-Allen-Film verhelfen könne. Die Kanzlei erklärte, Karp habe an zwei Gruppendinnern teilgenommen und "eine geringe Anzahl sozialer Interaktionen" gehabt, was er bedauere.
Die Yale University suspendierte am 11. Februar Professor David Gelernter von der Lehre, während die Hochschule seine Beziehung zu Epstein untersucht. Der Informatikprofessor führte umfangreiche E-Mail-Korrespondenz mit Epstein, darunter eine Nachricht aus 2011, in der er eine Studentin als "kleine, gutaussehende Blondine" beschrieb.
Politische Dimension: Clinton und britische Regierung
Bill Clinton flog 2002 und 2003 mehrfach in Epsteins Privatjet und wurde mit ihm sowie Ghislaine Maxwell, Epsteins mittlerweile verurteilter Komplizin, fotografiert. Der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses lud ihn zur Aussage vor. Nach anfänglicher Weigerung stimmte Clinton einer Anhörung am 27. Februar zu, nachdem ihm Missachtung des Kongresses vorgeworfen wurde. Sein Sprecher betonte, Clinton wisse nichts über Epsteins Verbrechen.
Auch Hillary Clinton wurde zur Aussage am 26. Februar vorgeladen, obwohl sie erklärt, sich nicht an Gespräche mit Epstein erinnern zu können. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz am 14. Februar forderte sie vollständige Transparenz: "Es ist etwas, das völlig transparent sein muss. Ich fordere seit vielen Jahren, dass alles offengelegt wird."
Britische Regierung unter Druck
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Zur AktienanalyseDie Affäre erreichte auch die britische Regierung. Peter Mandelson, britischer Botschafter in den USA, trat am 2. Februar aus der Labour-Partei aus und wurde von Premierminister Keir Starmer am 12. September entlassen. Mandelson hatte Epstein in dessen Geburtstagsbuch als "meinen besten Kumpel" bezeichnet. Gegenüber der Financial Times erklärte er: "Ich bedauere es, ihn jemals getroffen zu haben. Ich bedauere noch mehr das Leid, das er vielen jungen Frauen zugefügt hat."
Morgan McSweeney, Stabschef des Premierministers, trat am 11. Februar zurück und übernahm die Verantwortung für Starmers Ernennung Mandelsons zum Botschafter.
Keine Anklage gegen Genannte
Wichtig ist: Die Erwähnung in den Epstein-Akten bedeutet nicht automatisch eine Verwicklung in dessen Verbrechen. Keine der von CNBC aufgeführten Personen wurde wegen entsprechender Vergehen angeklagt. Einige der Betroffenen pflegten ihre Beziehungen zu Epstein jedoch auch nach dessen Verurteilung 2008, die damals bereits öffentlich bekannt war.


