Eni plant Comeback im Rohstoffhandel – Joint Venture mit Mercuria im Gespräch
Italienischer Energiekonzern will nach fünfjähriger Pause wieder in lukratives Handelsgeschäft einsteigen und sucht Partner.

Der italienische Energieriese Eni erwägt eine strategische Rückkehr in den Öl- und Gashandel. Nach fünf Jahren Abstinenz will das Unternehmen wieder von den hohen Renditen profitieren, die Wettbewerber wie BP, Shell und TotalEnergies in Zeiten geopolitischer Unsicherheit erzielen. CEO Claudio Descalzi bestätigte entsprechende Pläne gegenüber der Financial Times.
"BP, Shell und Total sind große Händler und verdienen damit Milliarden", erklärte Descalzi. Die Konkurrenz habe das Handelsgeschäft als lukrative Einnahmequelle etabliert, während Eni 2019 aus diesem Segment ausgestiegen sei. Die anhaltende Preisvolatilität an den Energiemärkten, befeuert durch geopolitische Spannungen, hat das Handelsgeschäft für große Energiekonzerne zu einer bedeutenden Gewinnquelle gemacht.
Eni sucht nun nach einem erfahrenen Partner, um den Wiedereinstieg zu meistern. Der CEO hat bereits erste Gespräche mit mehreren Rohstoffhändlern aufgenommen, darunter das Schweizer Handelshaus Mercuria. Ziel ist die Gründung eines Joint Ventures, das die fehlende Expertise ausgleichen soll.
Fehlende DNA für Handelsgeschäft
Descalzi zeigte sich selbstkritisch hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten: "Es liegt nicht in unserer DNA. Wir sind nicht sehr kommerziell ausgerichtet." Um im Handelsgeschäft erfolgreich zu sein, benötige Eni daher einen Partner mit entsprechendem Know-how. Die geplante Handelseinheit soll im Falle ihrer Gründung unabhängig vom Kerngeschäft des italienischen Konzerns operieren.
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Zur AktienanalyseDie strategische Neuausrichtung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Energiekonzerne ihre Geschäftsmodelle überdenken. Während einige Wettbewerber ihre Handelsaktivitäten ausgebaut haben, konzentrierte sich Eni in den vergangenen Jahren auf andere Bereiche. Mit dem geplanten Comeback will der Konzern nun eine wichtige Einnahmequelle erschließen, die bei der Konkurrenz bereits etabliert ist.


