Eni investiert 225 Millionen Dollar in chilenisches Lithiumprojekt von EnergyX
Der italienische Energiekonzern Eni sichert sich eine Minderheitsbeteiligung am Lithiumprojekt „Black Giant" in Chile.

Das US-amerikanische Unternehmen Energy Exploration Technologies Inc. (EnergyX) hat eine Investition des italienischen Energiekonzerns Eni in Höhe von 225 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Das Kapital fließt in das sogenannte „Project Black Giant", ein Lithium-Ressourcenprojekt in der chilenischen Region Antofagasta. Im Gegenzug erhält Eni eine Minderheitsbeteiligung sowie Rechte an rund 25 Prozent der künftigen Lithiumproduktion des Projekts.
Das Projekt zielt darauf ab, in den ersten beiden Ausbaustufen jährlich bis zu 52.500 Tonnen Lithiumcarbonat zu produzieren. EnergyX geht davon aus, damit zu einem der weltweit größten Lithiumproduzenten aufzusteigen. Die gesamten Investitionsausgaben für das Vorhaben werden auf knapp unter einer Milliarde US-Dollar geschätzt – inklusive Finanzierungskosten.
Milliardenumsatz als Ziel
Sobald die ersten beiden Phasen vollständig in Betrieb sind, erwartet EnergyX für das Project Black Giant einen jährlichen Bruttoumsatz von rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Diese Prognose basiert auf einem Lithiumpreis von 25.000 US-Dollar pro Tonne, dem Stand vom Mai 2026. Damit würde das Projekt zu einem bedeutenden Standbein in der globalen Lithium-Lieferkette werden.
EnergyX-Gründer, Chairman und CEO Teague Egan kommentierte die Transaktion: „Die Partnerschaft mit Eni bei dieser strategischen Investition markiert einen entscheidenden Moment für EnergyX. Nach Jahren intensiver Arbeit und Konzentration bestätigt dieser Vertrauensbeweis von Eni nicht nur die Bedeutung des Project Black Giant, sondern auch die Stärke der GET-Lit DLE-Technologieplattform von EnergyX."
Technologie mit niedrigen Kosten
Die Zusammenarbeit mit Eni ist nicht neu: Bereits im Dezember 2022 beteiligte sich Eni Next, die Corporate-Venture-Capital-Sparte des Konzerns, an der Series-B-Finanzierungsrunde von EnergyX über 50 Millionen US-Dollar. Nun baut die neue Vereinbarung auf dieser Partnerschaft auf. Eni wird zudem technische Expertise in der Upstream-Entwicklung einbringen, um die Erschließungszeitpläne zu beschleunigen.
Im Mittelpunkt der Technologiestrategie steht die sogenannte GET-Lit-Plattform von EnergyX für die direkte Lithiumextraktion (Direct Lithium Extraction, DLE). Entwicklungsarbeiten bestätigten, dass diese Plattform branchenweit niedrige Investitionskosten von 14.500 US-Dollar pro Tonne sowie Betriebskosten von 2.944 US-Dollar pro Tonne ermöglicht. Diese Kostenstruktur gilt als entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber konventionellen Lithiumgewinnungsverfahren.
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Zur AktienanalyseEnergyX erwarb die über 100.000 Acre umfassenden Bergbaukonzessionen in der Domeyko-Kordillere nahe dem Salar de Punta Negra im November 2023. Seitdem hat das Unternehmen einen Upstream-Ressourcenbericht abgeschlossen, der das In-situ-Lithiumvorkommen auf 9,8 Millionen Tonnen schätzt. Darüber hinaus wurden eine aktualisierte technische Planung, eine Vor-Machbarkeitsstudie, fast 10.000 Stunden Pilotanlagenbetrieb sowie eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 170 Tonnen pro Jahr realisiert.
Die Investition ergänzt weitere Finanzierungsinitiativen: Die US-amerikanische Exportkreditagentur EXIM Bank hat eine Absichtserklärung über 690 Millionen US-Dollar zur Bereitstellung einer Fremdkapitalfinanzierung für das Project Black Giant unterzeichnet. Zu den strategischen Partnern von EnergyX zählen zudem General Motors und der südkoreanische Stahlkonzern POSCO. Goldman Sachs & Co. LLC beriet EnergyX bei der aktuellen Transaktion mit Eni.
Das 2018 von Teague Egan gegründete Unternehmen konzentriert sich auf die Lithiumproduktion und den Aufbau einer Infrastruktur für die Lieferkette kritischer Mineralien – ein Bereich, der angesichts der wachsenden Nachfrage durch Elektrofahrzeuge und Energiespeicher weltweit strategisch an Bedeutung gewinnt.


