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Energiepreise in Großbritannien steigen wegen Iran-Krieg um 13 Prozent

Der Iran-Krieg treibt britische Energierechnungen in die Höhe – Millionen Haushalte zahlen ab Juli 221 Pfund mehr pro Jahr.

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Energiepreise in Großbritannien steigen wegen Iran-Krieg um 13 Prozent

Die Energiepreise für private Haushalte in Großbritannien steigen im Juli um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auslöser ist der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, der die globalen Großhandelspreise für Energie massiv in die Höhe getrieben hat. Die britische Regulierungsbehörde Ofgem bestätigte, dass die explodierenden Großhandelskosten nun erstmals direkt auf den Rechnungen der Verbraucher ankommen.

Für einen durchschnittlichen Haushalt mit Gas- und Stromversorgung bedeutet das Mehrkosten von 221 Britischen Pfund pro Jahr. Die jährliche Gesamtrechnung steigt damit auf 1.862 Britische Pfund. Umgerechnet auf den Monat entspricht das einer Mehrbelastung von 18 Pfund. Besonders stark trifft es die Gasrechnungen, die um 24 Prozent steigen, während die Stromrechnungen um 5 Prozent zulegen.

Straße von Hormus als Schlüsselfaktor

Der zentrale Auslöser für den Preisanstieg ist die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Durch diese strategisch bedeutende Meerenge wird ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases transportiert. Die faktische Schließung dieser Route hat die globalen Gaspreise um 25 Prozent in die Höhe getrieben – ein Schock, der sich nun direkt in den Haushaltsenergiepreisen niederschlägt.

Die sogenannte Preisobergrenze (Price Cap) von Ofgem legt fest, wie viel Energieversorger ihren Kunden pro verbrauchter Einheit Gas und Strom maximal berechnen dürfen. Sie gilt für variable Tarife und betrifft insgesamt 33 Millionen Haushalte in England, Wales und Schottland. Nordirland unterliegt anderen Regulierungen und ist nicht betroffen. Rund 40 Prozent der Haushalte haben Festpreisverträge und sind von der aktuellen Erhöhung vorerst nicht betroffen – ihr Preis bleibt bis zum Vertragsende stabil.

Energieminister Ed Miliband äußerte sich besorgt: „Der Anstieg der Preisobergrenze aufgrund eines Krieges, den wir uns nicht ausgesucht haben, ist eine zutiefst unerfreuliche Nachricht für Haushalte im ganzen Land. Wir wissen, dass die Menschen bereits vor dieser Krise unter Druck standen, und deshalb hat die Linderung dieser Last für uns oberste Priorität."

Wintermonate bereiten Experten Sorgen

Energieexperten warnen bereits vor weiteren Preissteigerungen in den kommenden Monaten. Craig Lowrey vom Energieberatungsunternehmen Cornwall Insight erklärte: „Der Anstieg der Energiepreise im Juli wird Haushalte treffen, die bereits durch die Lebenshaltungskosten belastet sind. Auch wenn dies weitgehend erwartet wurde, macht es die Situation nicht leichter." Besonders der Oktober bereite ihm Sorgen: „Unsere Prognosen deuten bereits auf einen leichten Anstieg hin – genau dann, wenn die Menschen beginnen, ihre Heizungen für den Winter wieder einzuschalten."

Der Großhandelspreis, den Energieversorger zahlen, macht etwa 40 Prozent einer typischen Gas- und Stromrechnung aus. Einige Versorger prognostizieren, dass die Preise bis in den Herbst und Winter hinein weiter steigen könnten – sofern der Konflikt nicht endet.

Verbraucher bereits seit 2022 unter Druck

Für deutsche Beobachter ist die Situation in Großbritannien ein bekanntes Bild: Auch dort haben die Energiepreisschocks der Jahre 2022 und 2023 tiefe Spuren hinterlassen. Ein typischer britischer Haushalt zahlt bereits heute rund 600 Pfund pro Jahr mehr als vor dem großen Preisschock von 2022/23. Den Versorgern werden zudem Milliardenbeträge an unbezahlten Rechnungen geschuldet – ein Zeichen dafür, wie stark viele Haushalte finanziell belastet sind.

Ofgem hat zudem beschlossen, den sogenannten „typischen Haushaltsverbrauch" als Berechnungsgrundlage zu senken. Hintergrund: Viele Haushalte haben ihren Energieverbrauch aufgrund der hohen Preise der vergangenen Jahre reduziert, und die Energieeffizienz ist gestiegen. Kritiker warnen jedoch, dass diese Anpassung den tatsächlichen Preisanstieg pro Einheit verschleiern könnte. An der Tatsache, dass Verbraucher für jede Einheit Energie deutlich mehr zahlen werden, ändert sich dadurch nichts.

Die Regierung erklärte, sie arbeite an gezielten Unterstützungsplänen für bedürftige Haushalte, sollten die Energierechnungen bis in den Winter hinein auf hohem Niveau bleiben. Konkrete Maßnahmen wurden bislang jedoch nicht bekanntgegeben.

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