Energiekrise trifft Kleinunternehmen
Viele Kleinfirmen am Rande der Insolvenz

Die Wirtschaftslage in Deutschland hat sich in den letzten Monaten deutlich verschärft. Insbesondere Kleinunternehmen geraten durch steigende Energiepreise immer mehr unter Druck. Eine aktuelle Umfrage des IT-Dienstleisters Lexware unter fast 2700 Kleinbetrieben zeigt, dass nur etwa 18 Prozent der Befragten die staatlichen Energiehilfen als wirksam empfinden. Mehr als 60 Prozent bewerten diese als unzureichend.
Ein bezeichnendes Beispiel ist Bäckermeister Nicolas Biere aus Detmold, der jeden Monat mit zusätzlichen Energiekosten von fast 10.000 Euro konfrontiert wird. Zwar konnte er von der staatlich eingeführten Strompreisbremse profitieren, jedoch wünscht er sich von der Politik mehr Stabilität und weniger wechselnde Vorschriften.
Auffallend ist auch, dass im ersten Halbjahr von den 2,5 Millionen Kleinunternehmen lediglich 255 einen Antrag auf Härtefallhilfen gestellt haben. Davon wurden nur 98 Anträge bewilligt. Die Gründe dafür liegen in den strengen Kriterien, die das Bundeswirtschaftsministerium selbst bestätigt.
Der letzte Winter stellte viele Unternehmen vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Obwohl die Temperaturen milder waren, sind die Rücklagen vieler Betriebe aufgrund hoher Energiekosten stark geschrumpft. Ein alarmierendes Drittel der befragten Unternehmer sieht die aktuelle Krise als existenzbedrohend an und fürchtet den kommenden Winter.
Christian Steiger, Chef von Lexware, betont die Bedeutung der Kleinunternehmen für die deutsche Wirtschaft. "Sie sind es gewohnt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen", sagt er. Er fordert klare und verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik, um den Unternehmen Planungssicherheit zu bieten.
Die Tischlermeisterin Johanna Röh aus Alfhausen sieht kurzfristige Maßnahmen wie die Strompreisbremse kritisch und plädiert für langfristige Lösungen. Sie selbst hat in eine Photovoltaikanlage investiert, die sie unabhängiger von externen Stromversorgern macht. Allerdings hatte sie bei der Finanzierung dieser Investition keinen staatlichen Rückhalt und sieht hier dringenden Handlungsbedarf.
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Zur AktienanalyseAuch bei der Kreditvergabe gibt es Probleme. Fast 40 Prozent der Selbstständigen empfinden die Haltung der Banken als restriktiv. Nicolas Biere, der seine Bäckerei bereits in vierter Generation führt, wünscht sich mehr Unterstützung seitens der Politik, besonders in Form von stabilen Mehrwertsteuersätzen.
Die aktuelle Situation ist alarmierend. Rund 55 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Kunden Aufträge zurückziehen, da ihnen schlicht das Geld fehlt. Ein Viertel der Kleinunternehmer ist sich nicht sicher, ob sie den kommenden Winter überhaupt überstehen werden.


