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Energiekrise treibt Kernkraft-Renaissance: So profitieren Anleger jetzt

Die IEA sieht Kernkraft als großen Gewinner der globalen Energiekrise – Anleger haben mehrere konkrete Möglichkeiten zur Teilhabe.

Energiekrise treibt Kernkraft-Renaissance: So profitieren Anleger jetzt

Die globale Energiekrise verleiht der Kernkraft neuen Auftrieb. Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), bezeichnete die aktuelle Lage gegenüber CNBC als den „größten Ölpreisschock der Geschichte" und erwartet, dass die Versorgungskrise die Nachfrage nach Atomenergie deutlich ankurbeln wird. Länder weltweit bemühen sich um eine Diversifizierung ihres Energiemixes – und Kernkraft rückt dabei zunehmend in den Fokus.

Südkorea hat bereits konkrete Schritte angekündigt: Das Land will verstärkt auf Kernkraft setzen, nachdem der Iran-Krieg die Öl- und Gaslieferungen massiv beeinträchtigt hat. Weitere Länder könnten diesem Beispiel folgen. „Ich denke, die letzten Jahre haben jedem Land, das auf Energieimporte angewiesen ist, vor Augen geführt, dass Kernkraft Teil seiner Zukunft sein muss", sagte Ben Kumar, Leiter der Strategieabteilung bei Seven Investment Management, gegenüber CNBC.

Kumar zeigt sich überzeugt von der langfristigen Entwicklung: „Ich sehe keine Welt, in der die Nachfrage nicht steigt." Für Anleger eröffnen sich in diesem Umfeld mehrere attraktive Investitionsmöglichkeiten – von Uranproduzenten über spezialisierte ETFs bis hin zum Rohstoff selbst.

Uranproduzenten: Kazatomprom und Cameco im Fokus

Die weltweite Uranproduktion wird von Kazatomprom angeführt. Das kasachische Unternehmen, das in London börsennotiert ist, zeichnete laut der World Nuclear Association im Jahr 2024 für rund 21 Prozent der globalen Produktion verantwortlich. Der engste Konkurrent Cameco aus Kanada kam auf 17 Prozent.

Die Aktien von Kazatomprom haben sich in den vergangenen zwölf Monaten verdreifacht und sind seit Jahresbeginn um über 60 Prozent gestiegen. Das Unternehmen profitiert von einem strukturellen Defizit auf dem Uranmarkt: Die Nachfrage übersteigt das Angebot seit Jahren, da jahrelange Unterinvestitionen in neue Minen die Produktion niedrig hielten. Seit 2022 versuchen westliche Käufer zudem, sich von russischen Produzenten zu lösen – was den Aktienkurs von Kazatomprom zusätzlich beflügelt hat.

Kumar von Seven Investment Management erwartet, dass kanadische Bergbauunternehmen „sehr beliebt" werden, insbesondere etabliertere Akteure wie Cameco. Das Unternehmen weist eine Marktkapitalisierung von 72 Milliarden kanadischen Dollar (rund 53 Milliarden US-Dollar) auf und betreibt seit fast 40 Jahren Bergbau. „Es gibt nur sehr wenige etablierte Unternehmen in den Bereichen Bergbau und Veredelung, und die Exploration wurde durch Regulierungen und Skepsis beeinträchtigt", fügte Kumar hinzu.

Breite Streuung über Uran-ETFs

Für Anleger, die eine breitere Diversifikation bevorzugen, bieten sich spezialisierte Fonds an. Der Global X Uranium UCITS ETF ist der größte auf Kernkraft spezialisierte Fonds nach verwaltetem Vermögen und bildet mehr als 50 Unternehmen im Solactive Global Uranium & Nuclear Components Index ab. Dazu gehören Uranminenbetreiber, Veredler und Explorationsunternehmen. Die größte Einzelposition hält Cameco Corporation mit einem Portfolioanteil von 15 Prozent.

Direktinvestment in den Uranpreis

Eine weitere Option ist die direkte Partizipation am Uranpreis. Anders als bei anderen Rohstoffen wird Uran nicht an einer offenen Börse gehandelt, sondern über private außerbörsliche Transaktionen (Over-the-Counter). Holdinggesellschaften wie Yellow Cake plc, die am Londoner AIM notiert ist, ermöglichen Anlegern dennoch einen liquiden Zugang zum Spotpreis. Das Geschäftsmodell besteht laut Unternehmenswebsite darin, „physisches U3O8 zu kaufen und zu halten sowie uranbezogene Transaktionsaktivitäten zu tätigen".

Die Stimmung unter Großbanken ist dabei ausgesprochen positiv: Citi hat Uran kürzlich in den illiquiden Teil seiner Asset-Allocation-Strategie aufgenommen. Die Bank of America veröffentlichte eine optimistische Studie, in der sie einen Preisanstieg auf bis zu 135 US-Dollar pro Pfund bis 2027 prognostizierte. Aktuell liegt der Uranspotpreis bei rund 86 US-Dollar pro Pfund.

„Die Kernkraft gewinnt als Lösung für die doppelten Herausforderungen der Dekarbonisierung und der Energieunabhängigkeit weiter an Akzeptanz", schrieben die Analysten der Bank of America in einer Mitteilung vom 23. März. „Wir sind für Uran optimistisch gestimmt." Für deutsche Privatanleger, die von der strukturellen Wende in der globalen Energiepolitik profitieren möchten, bietet der Sektor damit eine Reihe konkreter Einstiegsmöglichkeiten.

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