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Embraer plant Produktionssteigerung um 30% bis 2027

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer will seine Jahresproduktion in den nächsten zwei Jahren auf 100 Maschinen erhöhen. Die starke Nachfrage nach Regionaljets könnte das Unternehmen sogar zu noch höheren Stückzahlen zwingen.

Embraer plant Produktionssteigerung um 30% bis 2027

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer strebt eine deutliche Produktionssteigerung an. Innerhalb der nächsten 24 Monate sollen die jährlichen Auslieferungen um fast 30 Prozent auf rund 100 Einheiten steigen – das Niveau vor der Corona-Pandemie. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen 78 Verkehrsflugzeuge aus und erreichte damit knapp die eigene Prognose von 77 bis 85 Maschinen.

Nachfrage übersteigt Erwartungen

"Das erste Ziel ist es, wieder 100 Auslieferungen zu erreichen, aber angesichts der aktuellen Nachfrage und der Verkaufsergebnisse werden wir wahrscheinlich darüber hinausgehen müssen", erklärte Arjan Meijer, CEO von Embraer Commercial Aviation, gegenüber Reuters. Die Aussage erfolgte im Vorfeld der Airline Economics Konferenz in Dublin.

Der Optimismus hat handfeste Gründe: Embraer vervierfachte 2024 die Verkäufe seiner E2-Serie und sicherte sich 131 Nettoaufträge. Zu den Kunden zählen unter anderem All Nippon Airways und LATAM. Damit übertraf der brasilianische Hersteller seinen europäischen Konkurrenten Airbus im direkten Vergleich der Regionaljet-Sparte im Verhältnis drei zu eins – der A220 von Airbus konnte deutlich weniger Bestellungen verbuchen.

Lieferketten stabilisieren sich

Meijer zeigte sich zuversichtlich, dass die Lieferketten bis 2026 wieder vollständig stabilisiert sein werden. Besonders bei Triebwerken und Flugzeugstrukturen hatte es in den vergangenen Jahren Engpässe gegeben. Der US-Triebwerkshersteller Pratt & Whitney habe jedoch die größten Probleme überwunden, so der Embraer-Manager.

Ein Vorteil für Embraer: Die in der E2-Serie verwendeten Triebwerke seien weniger anfällig für Haltbarkeitsprobleme als die Varianten in größeren Airbus-Maschinen. Das liege am geringeren Gewicht und der späteren Markteinführung, wodurch frühe technische Kinderkrankheiten umgangen werden konnten. Die Zahl der wegen Wartungsverzögerungen am Boden gebliebenen Flugzeuge sei bereits von 25 bis 40 auf einen einstelligen Bereich gesunken. Bis Ende 2025 erwartet Meijer, dass dieser Wert auf null sinkt.

Expansion nach Indien möglich

Zu Medienberichten über eine mögliche Montage-Kooperation in Indien wollte sich Meijer nicht äußern. Laut Insiderinformationen plant die Luft- und Raumfahrtsparte des indischen Milliardärs Gautam Adani eine Partnerschaft mit Embraer. Die Ankündigung könnte im Rahmen des Indien-Besuchs von Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva im Februar erfolgen.

Keine Eile bei neuer Flugzeuggeneration

Bei der Entwicklung eines Nachfolgemodells für die aktuelle Jet-Familie lässt sich Embraer Zeit. "Eine neue Plattform ist für einen Hersteller eine wichtige Entscheidung, und wir werden langsam und vorsichtig vorgehen müssen", betonte Meijer. Zunächst konzentriere sich das Unternehmen auf die Weiterentwicklung der zugrundeliegenden Technologien.

Trotz geopolitischer Unsicherheiten sieht der Manager keine Abschwächung der Nachfrage. Die Fluggesellschaften holten derzeit die während der Corona-Pandemie aufgeschobenen Flottenerneuerungen nach. Dieser Nachholeffekt dürfte Embraer noch für einige Zeit Rückenwind verschaffen.

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