Ellison verteidigt 110-Milliarden-Fusion von Paramount und Warner Bros.
Skydance-Chef David Ellison meldet sich erstmals öffentlich zu Wort und verteidigt die umstrittene Mega-Fusion mit klaren Zahlen.

David Ellison, Chef des Produktionsstudios Skydance, hat in einem Gastbeitrag für die New York Times erstmals öffentlich zur geplanten 110 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Warner Bros. Discovery Stellung genommen. Er wies dabei zentrale Kritikpunkte an der Mega-Fusion zurück und bezeichnete den Widerstand als Festhalten an einer Vision von Hollywood, die „nicht mehr existiert".
Ellison reagierte damit auf wachsenden Druck gegen den Deal, der seit Monaten in einem intensiven Rechtsstreit feststeckt. Konkret wies er Behauptungen zurück, wonach ein fusionierter Medienriese eine übermäßige Marktkontrolle ausüben oder die redaktionelle Unabhängigkeit der Nachrichtensender untergraben würde. Mit Blick auf CBS (Paramount) und CNN (Warner Bros. Discovery) betonte er, beide Sender würden überparteilich bleiben und darauf ausgerichtet sein, „neutral und unvoreingenommen zu berichten".
Kartellrechtliche Bedenken im Fokus
Um Bedenken hinsichtlich einer marktbeherrschenden Stellung zu entkräften, lieferte Ellison konkrete Zahlen: Ein fusioniertes Unternehmen aus Paramount und Warner Bros. würde weniger als 20 Prozent der US-Fernsehnutzungszeit auf sich vereinen. Rechne man YouTube mit ein, sinke dieser Anteil sogar auf rund 13 Prozent. Gleichzeitig verwies er auf die Konkurrenz durch Tech-Giganten wie Netflix, Amazon und Apple, deren Ressourcen die des fusionierten Unternehmens „in den Schatten stellen" würden.
Ellison untermauerte seine Argumente mit konkreten Investitionsversprechen: Das fusionierte Unternehmen soll jährlich 30 Kinofilme und 170 Fernsehserien produzieren, gestützt durch jährliche Investitionen in Inhalte von mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Die Ausweitung der Programminvestitionen sei entscheidend, um Kreativschaffende gegenüber Technologieplattformen zu stärken, die von Algorithmen zur Nutzerbindung gesteuert werden. Dennoch räumte Ellison ein, dass „niemand vorschreiben kann, was das Publikum lieben wird".
Rechtliche Hürden bremsen den Deal
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Zur AktienanalyseDer Rechtsstreit um die Fusion eskalierte im Juli, als 12 Generalstaatsanwälte der US-Bundesstaaten – angeführt vom kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta – gemeinsam mit der Writers Guild of America Kartellklagen einreichten. Sie argumentieren, der Zusammenschluss verstoße gegen den Clayton Act, indem er den Wettbewerb verringere und die Beschäftigungsmöglichkeiten für Drehbuchautoren beeinträchtige.
Während das US-Justizministerium und internationale Regulierungsbehörden, darunter die Europäische Union, der Transaktion bereits zugestimmt haben, haben die inländischen Klagen den Fortschritt in den USA faktisch eingefroren. Die Verfahren auf Bundesebene sind derzeit ausgesetzt, und der Prozessbeginn wurde auf den 2. März 2027 verschoben. Für die beteiligten Unternehmen bedeutet dies eine lange Phase der Unsicherheit, bevor endgültige Klarheit über das Schicksal eines der größten Mediendeals der Geschichte herrscht.


