Elliott Investment steigt bei London Stock Exchange ein
Aktivistischer Investor fordert milliardenschwere Aktienrückkäufe und höhere Gewinnmargen vom Börsenbetreiber

Der aktivistische Hedgefonds Elliott Investment Management hat eine Beteiligung an der London Stock Exchange Group (LSEG) aufgebaut. Nach Informationen von mit der Angelegenheit vertrauten Personen will der US-Investor das Unternehmen zu verstärkten Aktienrückkäufen und Maßnahmen zur Steigerung der Gewinnmargen bewegen. Die LSEG-Aktie legte am Mittwochvormittag in London um rund 1,4 Prozent zu.
Die Beteiligung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die LSEG unter erheblichem Kursdruck steht. Im vergangenen Jahr verlor die Aktie 35 Prozent an Wert. Investoren sorgen sich zunehmend, dass neue KI-Tools den Bedarf an Finanzdaten und Analysen reduzieren könnten – dem Kerngeschäft der LSEG und ihrer Konkurrenten wie S&P Global und Intercontinental Exchange.
Elliott verfolgt bei der LSEG eine ungewöhnliche Strategie für einen aktivistischen Investor. Anders als häufig üblich, drängt der Hedgefonds nicht auf die Abspaltung von Geschäftsbereichen. Stattdessen fordert Elliott einen neuen Aktienrückkauf in Milliardenhöhe und eine Angleichung der Gewinnmargen an das Niveau der Wettbewerber. Die LSEG hatte zuletzt Aktien im Wert von einer Milliarde Pfund (rund 1,37 Milliarden Dollar) zurückgekauft.
Offener Dialog mit Investoren
Eine Sprecherin der London Stock Exchange Group erklärte, das Unternehmen pflege einen "aktiven und offenen Dialog" mit seinen Investoren und konzentriere sich gleichzeitig auf die Umsetzung seiner Strategie. Zum Börsenschluss am Dienstag belief sich der Marktwert der LSEG auf etwa 51 Milliarden Dollar. Die genaue Höhe der Elliott-Beteiligung wurde nicht bekannt.
Die LSEG ist nicht nur Börsenbetreiber, sondern auch ein bedeutender Anbieter von Finanzdaten. Das Unternehmen konkurriert in diesem Segment mit Branchengrößen wie S&P Global und der Intercontinental Exchange, der Eigentümerin der New York Stock Exchange. Die Übernahme des Bloomberg-Konkurrenten Refinitiv hatte die Position der LSEG im Datengeschäft deutlich gestärkt.
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Zur AktienanalyseDas Engagement von Elliott reiht sich ein in eine lange Geschichte von Transaktionen und Investorenauseinandersetzungen bei der LSEG. In der Vergangenheit scheiterten Fusionspläne mit Börsenbetreibern in Kanada, Deutschland und Hongkong. Im Jahr 2017 kam es zu Konflikten über die Management-Nachfolge mit dem aktivistischen Investor Christopher Hohn und dessen TCI Fund Management.
Mit BP hat Elliott derzeit ein weiteres prominentes britisches Unternehmen im Visier. Der Hedgefonds ist bekannt für seine konsequente Verfolgung von Wertsteigerungsmaßnahmen bei seinen Zielinvestitionen. Die Strategie bei der LSEG gilt jedoch als vergleichsweise moderat, da keine grundlegenden Umstrukturierungen gefordert werden.


