Eli Lillys Abnehmpille Foundayo soll Milliarden einbringen
Wall Street erwartet für Lillys neue Adipositas-Pille bereits 2026 bis zu 2,8 Milliarden Dollar Umsatz.

Eli Lillys neu zugelassene Abnehmpille Foundayo (Wirkstoff: Orforglipron) könnte den Markt für orale Adipositas-Medikamente grundlegend verändern. Analysten verschiedener Brokerhäuser prognostizieren für 2026 Umsätze zwischen 1,5 und 2,8 Milliarden Dollar – eine breite Spanne, die sowohl die hohe Nachfrageerwartung als auch die typischen Unsicherheiten einer frühen Markteinführung widerspiegelt.
Besonders optimistisch zeigen sich die Analysten der Citi: Sie rechnen für 2026 mit rund 2,8 Milliarden Dollar und sehen langfristige Spitzenumsätze von über 40 Milliarden Dollar. Bernstein erwartet im ersten vollen Vertriebsjahr zwischen 2 und 2,5 Milliarden Dollar. Konservativere Schätzungen kommen von Guggenheim Partners, die für 2026 rund 1,5 Milliarden Dollar ansetzen.
Der direkte Konkurrent ist Novo Nordisks orale Version von Wegovy. Die UBS schätzt, dass beide Pillen zusammen im Jahr 2026 etwa 5 Milliarden Dollar erwirtschaften werden – ein klares Signal für das Entstehen einer bedeutenden neuen Wirkstoffklasse im Bereich der Adipositas-Behandlung.
Foundayos Vorteile gegenüber Novo Nordisk
Foundayo punktet laut Analysten mit einer einfacheren Herstellung und weniger Dosierungsbeschränkungen. J.P. Morgan sieht darin einen starken Wettbewerbsvorteil, besonders auf internationalen Märkten, und prognostiziert einen Umsatzsprung auf 6 Milliarden Dollar bis 2027. Novo Nordisk hält jedoch den First-Mover-Vorteil sowie eine etablierte Markenbekanntheit.
Die kurzfristige Marktdurchdringung könnte dennoch gebremst werden. Bernstein-Analysten weisen darauf hin, dass kostenlose Proben, eine niedrigere Anfangsdosierung und Preisanpassungen den frühen Umsatz belasten könnten – selbst wenn das Verschreibungsvolumen anzieht. Wöchentliche Neupatientenzahlen gelten als zentraler Indikator für den Markterfolg.
Lilly hat aus den Lieferengpässen bei seinen Injektionspräparaten Zepbound und Mounjaro gelernt. Vor der Markteinführung wurden Vorräte im Wert von 1,5 Milliarden Dollar aufgebaut. Frühere Engpässe hatten Rezepturapotheken dazu veranlasst, Nachahmerversionen herzustellen – ein Graumarkt, gegen den Lilly inzwischen rechtlich vorgeht.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBillionenmarkt in Sicht
Langfristig sehen Analysten in oralen Abnehmpillen eine Chance, die Reichweite von Adipositas-Behandlungen deutlich zu vergrößern. Morningstar schätzt, dass Schlankheitspillen bis 2034 rund ein Drittel eines globalen Marktes von 180 Milliarden Dollar ausmachen könnten. Für deutsche Anleger, die in Pharmaaktien investiert sind, bleibt der Wettbewerb zwischen Lilly und Novo Nordisk damit einer der spannendsten Schauplätze der Branche.


