Eli Lillys Abnehmpille Foundayo: 7.335 Verschreibungen in Woche vier
Die neue orale Abnehmpille Foundayo von Eli Lilly verzeichnet in ihrer vierten Woche moderate Verschreibungszahlen – Analysten sehen Nachholbedarf.

Eli Lillys neue Abnehmpille Foundayo hat in ihrer vierten Woche auf dem US-Markt insgesamt 7.335 Verschreibungen erreicht. Analysten bewerten diesen Wert als bescheiden, insbesondere im Vergleich zur konkurrierenden oralen Abnehmpille Wegovy von Novo Nordisk. Der dänische Pharmakonzern hatte sein Produkt bereits im Januar eingeführt und genießt damit einen klaren Pionier-Vorteil.
Foundayo erhielt seine US-Zulassung am 1. April, wobei erste Verschreibungen sofort über die Plattform LillyDirect entgegengenommen wurden. Der Versand startete am 6. April, die breite Verfügbarkeit über US-Einzelhandelsapotheken sowie Telemedizin-Anbieter folgte am 9. April. Damit ist das Medikament erst seit wenigen Wochen für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
Analysten sehen Potenzial jenseits der Wochenzahlen
Trung Huynh, Analyst bei RBC Capital Markets, kommentierte die Zahlen mit einer differenzierten Einschätzung: „Wir beobachten, dass Investoren beginnen, über die anfänglichen wöchentlichen Kennzahlen zur Nachverfolgung von Rezepten als Barometer für das zukünftige Potenzial von Foundayo hinwegzusehen." Diese Haltung spiegelt eine breitere Erwartungshaltung am Markt wider – Investoren setzen darauf, dass die nächste Generation von Abnehmpillen den Markt auf Millionen von Patienten ausweiten und dem wachsenden Preisdruck entgegenwirken wird.
Dennoch betonte Huynh, dass die Verschreibungszahlen für Foundayo bald deutlich steigen müssten, „um die Konsenserwartungen zu erfüllen". Konkret bezifferte er den notwendigen Wert auf rund 22.000 Verschreibungen pro Woche, um den Konsens-Umsatz von 160 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal zu erreichen. Gemessen daran liegt Foundayo derzeit noch weit unter der erforderlichen Marke.
Lilly-Führungskräfte hatten vergangene Woche bekannt gegeben, dass Foundayo bereits über 8.000 verschreibende Ärzte zählt. Bemerkenswert dabei: Ein Drittel dieser Ärzte hatte zuvor noch nie ein Rezept für ein orales GLP-1-Präparat ausgestellt. Zudem seien bereits mehr als 20.000 Patienten mit dem Medikament behandelt worden – ein Zeichen für eine wachsende, wenn auch noch überschaubare Nutzerbasis.
Telemedizin als wichtiger Vertriebskanal
Ein wesentlicher Faktor für die Marktdurchdringung von Foundayo ist der Telemedizin-Sektor. Lilly gab bekannt, dass mehr als zwölf große Telemedizin-Unternehmen das Medikament anbieten, was rund 35 Prozent des bisherigen Markteinführungsvolumens ausmacht. Dieser Kanal gewinnt im US-amerikanischen Gesundheitssystem zunehmend an Bedeutung, insbesondere für Medikamente, die direkt an Verbraucher vermarktet werden.
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Zur AktienanalyseAllerdings wiesen zwei Analysten auf mögliche Datenlücken in den Telemedizin-Verschreibungszahlen hin. Die Verschreibungsdaten stammen vom Marktforschungsunternehmen IQVIA, das Einzelhandelsverschreibungen sowie Stichproben aus Telemedizin, LillyDirect und dem Versandhandel erfasst. Diese Lücken könnten laut Analysten zu Schwankungen bei den wöchentlichen Foundayo-Daten führen und die tatsächliche Nachfrage möglicherweise unterschätzen.
Der Markt für orale GLP-1-Präparate – also Abnehmmittel in Pillenform, die den Blutzucker regulieren und das Sättigungsgefühl steigern – gilt als einer der am schnellsten wachsenden Segmente der Pharmaindustrie. Sowohl Eli Lilly als auch Novo Nordisk positionieren sich als führende Anbieter in diesem Bereich. Für deutsche Anleger, die in den Gesundheitssektor investieren, bleibt die Entwicklung der wöchentlichen Verschreibungszahlen ein wichtiger Indikator für den künftigen Markterfolg von Foundayo.


