Eli Lilly setzt Wachstum fort während Novo Nordisk Rückgang erwartet
Unterschiedliche Aussichten bei Adipositas-Medikamenten: Lilly rechnet mit 25% Wachstum, Novo mit Umsatzrückgang.

Auf dem boomenden Markt für Adipositas-Medikamente zeichnen sich zwei völlig unterschiedliche Entwicklungen ab. Während Eli Lilly für 2026 ein Umsatzwachstum von 25 Prozent prognostiziert, stellt sich Konkurrent Novo Nordisk auf einen Umsatzrückgang zwischen 5 und 13 Prozent ein. Beide Unternehmen kämpfen zwar mit sinkenden Preisen in den USA, doch ihre Marktpositionen könnten kaum unterschiedlicher sein.
Lilly-CEO David Ricks zeigte sich am Mittwoch in der CNBC-Sendung "Squawk Box" zuversichtlich. Das Unternehmen rechnet für 2026 mit Umsätzen zwischen 80 und 83 Milliarden US-Dollar – deutlich über den Analystenschätzungen von 77,62 Milliarden Dollar. Derzeit nutzen 20 bis 25 Millionen Patienten weltweit die Medikamente beider Hersteller. Ricks betonte jedoch, dass der gesamte adressierbare Markt "gigantisch" sei.
Die Stärke von Eli Lilly basiert auf mehreren Faktoren: Das Unternehmen bietet effektivere Injektionen als der Wettbewerb und hat früh auf den Direktvertrieb an Verbraucher gesetzt. Während Novo Nordisk die Adipositas-Medikamente salonfähig machte, konnte Lilly seither deutliche Marktanteile gewinnen. Die aktuellen Prognosen deuten darauf hin, dass sich dieser Trend 2026 fortsetzen wird.
Preisdruck durch politische Vereinbarungen
Beide Pharmariesen stehen unter erheblichem Preisdruck. Im November hatten sie mit US-Präsident Donald Trump wegweisende "Meistbegünstigungsklausel"-Vereinbarungen getroffen, um die Kosten für ihre Medikamente zu senken. Lilly spricht von einem "weltweiten Preisrückgang im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich" für 2026. Zusätzlich haben beide Unternehmen ihre Direktvertriebspreise weiter reduziert.
Für Novo Nordisk kommt erschwerend hinzu, dass die Exklusivität für seine Blockbuster-Medikamente gegen Adipositas und Diabetes in wichtigen Märkten wie China, Brasilien und Kanada ausläuft. Dies belastet die Umsatzprognose zusätzlich.
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Zur AktienanalyseEntscheidungsjahr für orale Medikamente
Das Jahr 2026 wird zeigen, wie sich Lillys neue Adipositas-Pille Orforglipron gegen Novos orales Wegovy-Medikament durchsetzt. Wegovy hatte in den USA bereits einen explosiven Start hingelegt. Der Wettbewerb um die ersten erfolgreichen Tabletten-Alternativen zu den bisherigen Injektionen könnte den Markt erneut umkrempeln und die Akzeptanz bei Patienten weiter erhöhen.

