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Eli Lilly gibt Vermarktungsrechte für Verzenios in China ab

Der US-Pharmariese überträgt die Vermarktung seines Brustkrebsmittels an Innovent Biologics – angesichts wachsenden Generikadrucks.

Eli Lilly gibt Vermarktungsrechte für Verzenios in China ab

Eli Lilly zieht sich aus dem direkten Vertrieb seines Brustkrebsmedikaments Verzenios in Festlandchina zurück. Der US-Pharmariese hat die alleinigen Vermarktungsrechte an den chinesischen Arzneimittelhersteller Innovent Biologics übertragen. Dies gab Innovent am Dienstag in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht.

Lilly bleibt laut der Vereinbarung weiterhin für Herstellung, Lieferung und Entwicklung des Medikaments verantwortlich. Die Vermarktung und der Vertrieb in China liegen künftig vollständig in den Händen von Innovent. Ob und wie das bisherige chinesische Vertriebsteam von Lilly für Verzenio betroffen ist, ließ das Unternehmen auf Anfrage von Reuters zunächst offen.

Milliardenmarkt unter Druck

Verzenios erzielte in China im Jahr 2025 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 221 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2024 hatte der Umsatz noch bei 1,4 Milliarden Yuan gelegen. Diese Zahlen stammen vom Datenanbieter PharmCube und wurden von Cui Cui, Leiterin des Bereichs Healthcare Asien bei der Investmentbank Jefferies, gegenüber Reuters bestätigt. Das Medikament wird in China seit 2021 ausgeliefert.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Konkurrenzdrucks durch Generika. Eine Tochtergesellschaft der chinesischen Qingfeng Pharmaceutical Group hat in diesem Jahr eine lokale Zulassung für eine Generika-Version von Verzenios erhalten. China ist der zweitgrößte Pharmamarkt der Welt – und jährlich werden dort mehr als 350.000 Patientinnen neu mit Brustkrebs diagnostiziert.

Strategisches Lifecycle-Management

Marktbeobachter ordnen den Deal als klassisches Lifecycle-Management ein. „Dieser Deal sieht aus Sicht von Lilly nach einem Management des späten Lebenszyklus aus, bei dem Innovent möglicherweise durch seine starke lokale Vertriebspräsenz helfen kann", erklärte Cui Cui von Jefferies. Sie geht davon aus, dass das Generikum erst nach Ablauf des Lilly-Patents auf den Wirkstoff in China Ende 2029 tatsächlich auf den Markt kommen kann.

Tony Ren, Leiter der Healthcare-Analyse für Asien bei Macquarie Capital, erläuterte gegenüber Reuters den branchenüblichen Hintergrund: Wenn ein Medikament seinen Patentschutz oder seine Marktexklusivität verliert, versuchen viele große Pharmaunternehmen, es abzustoßen. Für Lilly bedeutet die Übertragung an Innovent, dass ein lokal verankerter Partner die Vermarktung übernimmt – mit potenziell besserer Kenntnis des chinesischen Marktes und bestehenden Vertriebsstrukturen.

Innovent Biologics ist eines der führenden biopharmazeutischen Unternehmen Chinas und verfügt über ein breites Portfolio an Onkologie-Produkten. Die Partnerschaft mit einem globalen Pharmariesen wie Eli Lilly stärkt die Marktposition des Unternehmens im wachsenden chinesischen Krebstherapiemarkt. Weder Innovent noch die Qingfeng Pharmaceutical Group reagierten zunächst auf Reuters-Anfragen zu den weiteren Plänen rund um den Generikamarkteintritt.

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