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Eli Lilly: Drei starke Gründe für weiteres Kurspotenzial

GLP-1-Boom, milliardenschwere Akquisitionen und eine wachsende Pipeline machen Eli Lilly weiterhin zur attraktiven Pharmawette.

Eli Lilly: Drei starke Gründe für weiteres Kurspotenzial

Eli Lilly (LLY) hat sich Ende letzten Jahres als erstes Pharmaunternehmen überhaupt eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar gesichert. Getragen wird dieser Meilenstein vom boomenden GLP-1-Franchise des Unternehmens rund um Diabetes- und Gewichtsverlustmedikamente. Während Pharmaaktien im Jahr 2026 insgesamt unter Druck stehen, legte die Lilly-Aktie im vergangenen Jahr um mehr als 45% zu – und übertraf in den letzten drei Monaten mit einem Plus von 2% die meisten Wettbewerber.

Das in Indianapolis ansässige Unternehmen verfügt über mehrere Wachstumstreiber, die den Kurs weiter beflügeln dürften: die Expansion des GLP-1-Portfolios, gezielte Zukäufe zur Stärkung der Pipeline sowie der anhaltende Aufstieg margenstarker Spezialmedikamente.

1. Das GLP-1-Franchise expandiert rasant

Der wichtigste Umsatzmotor ist Tirzepatid, das unter dem Namen Mounjaro gegen Typ-2-Diabetes und als Zepbound zur Behandlung von Adipositas vermarktet wird. Im ersten Quartal steigerte Lilly seinen Gesamtumsatz im Jahresvergleich um mehr als 56% auf 19,8 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie (EPS) kletterte auf 8,55 US-Dollar – ein Plus von beeindruckenden 156% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Noch nicht in diesen Zahlen enthalten sind die Effekte von Foundayo, einer täglichen GLP-1-Pille. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte am 1. April die Zulassung für Foundayo zur Behandlung von Erwachsenen mit gewichtsbedingten medizinischen Problemen. Das orale Präparat richtet sich an Patienten, die Injektionen ablehnen, und dürfte zudem kostengünstiger in der Herstellung sein als Spritzenpräparate. Zusätzlich stufen immer mehr Pharmacy Benefit Manager – also Apotheken-Leistungsmanager, die in den USA maßgeblich über die Erstattung von Medikamenten entscheiden – Zepbound wieder als bevorzugtes Mittel ein, was die Zugänglichkeit für Patienten erhöht.

2. Lilly investiert Gewinne gezielt in neue Portfoliobausteine

Am 26. Mai kündigte Lilly an, insgesamt 3,83 Milliarden US-Dollar für den Erwerb von drei Biotech-Unternehmen auszugeben. Für 1,5 Milliarden US-Dollar wurde Curevo übernommen, das den Impfstoffkandidaten Amezosvatein zur Vorbeugung von Gürtelrose bei Erwachsenen entwickelt. LimmaTech Biologics kostete 780 Millionen US-Dollar und bringt unter anderem LTB-SA7 mit, einen Impfstoff gegen die häufigste Ursache von Infektionen an Operationsstellen. Für 1,55 Milliarden US-Dollar wurde zudem die Vaccine Company übernommen, die an Impfstoffen gegen virale Erreger arbeitet – darunter ein noch nicht benanntes Mittel gegen das Epstein-Barr-Virus.

Bereits im April hatte Lilly 2,3 Milliarden US-Dollar in Ajax Therapeutics investiert, ein Unternehmen mit vielversprechenden Therapieansätzen gegen seltene chronische Blutkrebserkrankungen. Diese Akquisitionsstrategie zeigt, dass Lilly seine starken GLP-1-Einnahmen konsequent nutzt, um das Portfolio über den Kernbereich hinaus zu diversifizieren.

3. Neue Indikationen treiben Umsatz in weiteren Bereichen

Neben dem GLP-1-Geschäft entwickeln sich auch andere Therapiebereiche dynamisch. Lillys Medikamente in den Bereichen Immunologie, Onkologie und Neurowissenschaften steigerten den Umsatz im ersten Quartal um 160% im Jahresvergleich. Das Unternehmen verfügt – noch vor den jüngsten Zukäufen – über 42 laufende Phase-3-Studien und 32 Phase-2-Studien.

Für die kommenden Jahre erwartet das Management Zulassungen für mehrere Onkologie-Behandlungen. Dazu zählt das Brustkrebsmedikament Imlunestrant als Kombinationstherapie sowie die Alzheimer-Therapie Donanemab, die in den USA bereits zugelassen ist und für die nun weltweite Zulassungen angestrebt werden.

Teuer bewertet – aber mit Substanz

Die Lilly-Aktie wird derzeit zum rund 29-fachen des für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinns gehandelt – eine der höchsten Bewertungen unter den großen Pharmaunternehmen. Dieser Aufschlag spiegelt die Erwartung wider, dass die Nachfrage nach GLP-1-Medikamenten außergewöhnlich stark bleiben wird.

Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 82 und 85 Milliarden US-Dollar, was in der Mitte der Spanne einem Wachstum von 28% entspricht. Der Gewinn je Aktie wird zwischen 35,50 und 37,00 US-Dollar erwartet – ein Anstieg von rund 50% im Mittelwert. Die Kombination aus starker Dynamik im GLP-1-Segment, gezielten Zukäufen und einer breiten Pipeline macht Eli Lilly damit zu einem der meistbeachteten Pharmawerte weltweit.

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