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Eli Lilly: 45% Umsatzsprung und kein Ende in Sicht

Während Novo Nordisk schwächelt, explodieren die Zahlen beim US-Konkurrenten regelrecht.

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Eli Lilly: 45% Umsatzsprung und kein Ende in Sicht

Die Sorgen waren unbegründet. Nachdem Novo Nordisk am Dienstagabend mit schwachen Prognosen die Märkte erschütterte, zeigte Eli Lilly nur wenige Stunden später, dass der Boom bei Abnehm-Präparaten längst nicht vorbei ist. Im Gegenteil: Der US-Pharmakonzern legte 2025 einen spektakulären Umsatzsprung von 45 Prozent auf 65 Milliarden Dollar hin.

Die Wachstumstreiber sind klar identifiziert: Die Diabetes- und Abnehm-Spritzen Mounjaro und Zepbound dominieren den US-Markt und haben die Konkurrenzprodukte von Novo Nordisk deutlich hinter sich gelassen. Für 2026 plant Lilly bereits den nächsten großen Schritt und peilt einen Umsatz zwischen 80 und 83 Milliarden Dollar an. Die Börse reagierte euphorisch auf diese Zahlen – das Unternehmen aus Indianapolis kratzt mittlerweile an der magischen Billionen-Dollar-Marke beim Börsenwert.

Preisdruck trifft Lilly weniger hart

Ein entscheidender Unterschied zu Novo Nordisk: Eli Lilly scheint gegen den Preisdruck der US-Regierung besser gewappnet zu sein. Zwar muss auch der amerikanische Konzern Preissenkungen hinnehmen, doch die Auswirkungen fallen deutlich moderater aus. "Das starke Quartal und der optimistische Ausblick von Lilly unterstreichen, dass der Preisdruck für beide Unternehmen nicht in gleichem Maße wirkt", erklärt Evan Seigerman, Analyst bei BMO Capital.

Das Beratungsunternehmen SAI stuft Lilly als das innovativste Pharmaunternehmen der Welt ein. Anders als viele Konkurrenten ist der Konzern von auslaufenden Patenten und wachsender Generika-Konkurrenz vergleichsweise wenig betroffen. Diese Marktposition verschafft dem Unternehmen erhebliche Spielräume für zukünftiges Wachstum.

Die Abnehm-Pille als Gamechanger

Der nächste Meilenstein steht bereits fest: Im zweiten Quartal 2026 rechnet Lilly mit der US-Zulassung für eine Abnehm-Pille. Chief Scientific Officer Daniel Skovronsky sieht darin enormes Potenzial: "Das wird eines der umsatzstärksten Medikamente, die es je gegeben hat." Die einfachere Einnahme gegenüber Spritzen soll zehnmal mehr Patienten erreichen. Analysten beziffern den jährlichen Spitzenumsatz auf bis zu 40 Milliarden Dollar.

Noch in der Pipeline befindet sich Retatrutid, ein Wirkstoff der dritten Generation. In klinischen Studien führte das Präparat nach 68 Wochen zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 28,7 Prozent – deutlich mehr als bei Mounjaro. Der Wirkstoff ahmt gleich drei Hormone nach und verbessert damit die Effektivität erheblich. Bis zur Markteinführung werden allerdings noch Monate oder Jahre vergehen.

Breite Diversifikation mindert Risiken

Lilly setzt bewusst auf Diversifikation, um die Abhängigkeit von Abnehm-Präparaten zu reduzieren. Das Alzheimer-Medikament Kisunla ist bereits in Deutschland verfügbar und gehört zu den ersten Mitteln, die nicht nur Symptome behandeln, sondern an den Plaque-Ablagerungen im Gehirn ansetzen. Trotz möglicher Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen gilt es als medizinischer Fortschritt.

In der Krebstherapie hat Lilly ebenfalls mehrere Eisen im Feuer. Inluriyo gegen bestimmte Brustkrebsformen erhielt kürzlich die EU-Zulassung. Verzenio soll das Sterberisiko bei Brustkrebs um 15 Prozent senken. Beide Präparate adressieren große Patientengruppen und versprechen stabile Umsätze.

Investment in deutsche Biotech-Innovation

Besonders bemerkenswert ist die Partnerschaft mit dem Dresdner Start-up Seamless Therapeutics. Lilly investiert bis zu 1,12 Milliarden Dollar in die Entwicklung einer Therapie gegen genetisch bedingten Hörverlust. Für ein deutsches Biotech-Start-up mit nur 39 Mitarbeitern ist eine solche Kooperation außergewöhnlich. Die Therapie befindet sich zwar erst in der frühen Entwicklungsphase, doch Lilly scheint vom Potenzial überzeugt.

Die Strategie ist klar: Lilly will sich breiter aufstellen und nicht vom Erfolg der Abnehm-Präparate abhängig machen. Noch läuft das Geschäft mit Adipositas-Medikamenten hervorragend, doch die zahlreichen Entwicklungsprojekte bergen auch Risiken. Rückschläge in klinischen Studien könnten die Börse schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Anleger sollten die Pipeline genau beobachten und die hohe Bewertung im Blick behalten.

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