ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Elephant Express: Safarifahrt per Zug durch Simbabwes Wildnis

Der weltweit einzige Safari-Zug führt Reisende durch Simbabwes Hwange-Nationalpark – vorbei an Elefanten, Löwen und Pavianen.

Elephant Express: Safarifahrt per Zug durch Simbabwes Wildnis

Der Elephant Express ist eine Besonderheit der ganz besonderen Art: Als weltweit einziger Safari-Zug befährt er einen 50 Meilen langen Abschnitt der Hauptstrecke zwischen Bulawayo und den Victoriafällen in Simbabwe. Die Strecke führt direkt am Hwange-Nationalpark entlang – Simbabwes größtem Reservat und Heimat von rund 40.000 Elefanten. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Meilen pro Stunde ist der Name „Express" zwar etwas irreführend, doch das ist bei diesem Erlebnis vollkommen nebensächlich.

Der Zug selbst besteht aus einem einzigen, speziell angefertigten Waggon mit Platz für 22 Personen. Angetrieben wird er von zwei Land-Rover-Motoren – je einem an jedem Ende. Er verbindet die Stadt Dete mit den Unterkünften der Imvelo Safari Lodges in Camelthorn und Bomani und bietet den Gästen dabei ein einzigartiges Reiseerlebnis direkt in der Wildnis.

Elefanten, Löwen und Geparden entlang der Gleise

Kurz nach der Abfahrt hält der Zug bereits an, um einer Elefantenherde Platz zu machen – die Tiere ignorieren die Passagiere völlig. Fahrer Walter Mlauzi, der nach eigenen Angaben mehr als 35 Jahre bei der Bahn gearbeitet hat und noch auf Dampfzügen als Heizer tätig war, stellt den Motor ab. Die Passagiere sitzen in ehrfürchtigem Schweigen, während die Elefanten an den Bäumen kauen. Die Tiere sind an die Züge gewöhnt, die auf sie weniger bedrohlich wirken als herkömmliche Safari-Fahrzeuge.

Weiter auf der Strecke – die zu den längsten geraden Eisenbahnabschnitten der Welt zählt – kommen weitere Tiere in Sicht: eine Horde Paviane, die dauerhaft in der Nähe der Gleise lebt, sowie eine Herde Gnus, die als Hauptnahrungsquelle für ein Rudel von 23 Löwen dient. Auch Geparden wurden bereits vom Zug aus gesichtet, wenn auch seltener. Bei einer Fahrt wurde der Zug auf Schrittgeschwindigkeit gedrosselt, als Geparden in der Nähe gemeldet wurden – diesmal blieb eine Sichtung jedoch aus.

Mark Butcher, Geschäftsführer von Imvelo, erklärte, dass eher die großen kohletransportierenden Güterzüge als der kleine Elephant Express gelegentlich Wildtiere erfassen. „Die meisten Kollisionen ereignen sich nachts wegen des starken Lichts an der Vorderseite des Zuges – die Tiere sind davon wie gebannt und bleiben stehen, anstatt wegzulaufen", so Butcher.

Eine Idee mit jahrelanger Vorbereitungszeit

Die Idee zum Elephant Express stammt von Butcher selbst, der seinen Gästen den schlechtesten Teil der Straßenreise zu seinen Lodges ersparen wollte. „Es gibt keinen anderen Nationalpark mit einer Eisenbahnlinie daneben, also dachten wir uns, wir nutzen das aus", sagt er. Der Betrieb startete im Jahr 2015, nach jahrelanger Überzeugungsarbeit gegenüber der Eisenbahngesellschaft und der Regierung. Teil der Vereinbarung war, dass Imvelo erfahrenes Bahnpersonal einstellt und dieses in ständigem Kontakt mit den Kontrollzentren in Dete und Sawmills hält.

Auf der Fahrt über den Bahndamm, der eine hervorragende Aussicht über den umliegenden Busch bietet, ruft Mlauzi gelegentlich „Schlagloch!" – Stellen, an denen der Schotter abgetragen ist und sich die Schienen unter dem Gewicht des Zuges biegen. Zur Freude der Eisenbahnfans an Bord dürfen die Passagiere abwechselnd selbst den Elephant Express steuern. Da er von einem Automotor angetrieben wird, ist die Bedienung identisch: drei Pedale und ein Schalthebel – ein Lenkrad ist dank der Schienen überflüssig.

Preise und praktische Informationen

Nach etwa zweieinhalb Stunden endet die Fahrt auf einem Abstellgleis in Ngambo, sicher abseits der Hauptstrecke. Da es keinen Bahnsteig gibt, steigen die Passagiere direkt auf die Gleise und gehen zu wartenden Geländewagen, die sie die restlichen rund 15 Minuten zu den Lodges bringen.

Die Kosten für den Elephant Express betragen 175 US-Dollar pro Person und Strecke. Die Camelthorn Lodge kostet ab 500 US-Dollar pro Person und Nacht, das Bomani Tented Camp ab 445 US-Dollar – jeweils inklusive Mahlzeiten, Getränken, Pirschfahrten und weiteren Aktivitäten. Der Artikel ist Teil einer FT-Serie über besondere Zugreisen weltweit, verfasst von Christian Wolmar, dessen Buch „In Search of Africa's Lost Railway" nächstes Jahr bei Penguin erscheinen soll.

Elephant ExpressSimbabwe SafariHwange NationalparkSafari ZugImvelo Safari LodgesZugreise AfrikaVictoriafälle

Disclaimer