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Eisenerz trotzt dem globalen Zollchaos

Kupfer und Öl brechen ein – Chinas Nachfrage stabilisiert den Stahlrohstoffmarkt

 Eisenerz trotzt dem globalen Zollchaos

Eisenerz gilt als jene Rohstoffkategorie, die am stärksten von China abhängig ist. Trotz des jüngsten Preisrückgangs hat sich der Preis für Eisenerz besser gehalten als andere wichtige Rohstoffe wie Rohöl oder Kupfer. Am Montag schlossen die Futures für Eisenerz an der Börse in Singapur bei 99,54 US-Dollar pro Tonne. Das entspricht einem Drei-Monats-Tief und einem Rückgang von 4,1 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 2. April, dem Tag, an dem US-Präsident Donald Trump umfassende Zölle gegen US-Handelspartner verhängt hatte.

Diese Singapur-Kontrakte spiegeln im Wesentlichen die Einschätzungen internationaler Marktteilnehmer wider. China kauft etwa drei Viertel des weltweit verschifften Eisenerzes und produziert mehr als die Hälfte des globalen Stahlangebots. Auch an der chinesischen Rohstoffbörse in Dalian haben sich die Eisenerzpreise vergleichsweise stabil gehalten. Dort verzeichneten sie seit dem 2. April lediglich einen Rückgang von 3,6 Prozent und lagen am Montag bei 762,50 Yuan, was rund 104,31 US-Dollar pro Tonne entspricht.

Im Vergleich dazu verzeichneten andere Rohstoffe stärkere Verluste. Brent-Rohöl-Futures fielen seit dem 2. April um 14,1 Prozent auf 64,36 US-Dollar pro Barrel, während die Kupferkontrakte in London um zehn Prozent auf 8.732 US-Dollar pro Tonne zurückgingen. Trotz der Tatsache, dass China auch bei Rohöl und Kupfer der weltweit größte Abnehmer ist, reagieren diese Märkte stärker auf Änderungen der Marktstimmung.

Der Eisenerzmarkt zeigte sich bislang relativ unbeeindruckt von den verschärften Handelskonflikten. Trump hatte einen zusätzlichen Zoll von 34 Prozent auf US-Importe aus China angekündigt, zusätzlich zu den bereits bestehenden 20 Prozent. Am Montag drohte er mit weiteren 50 Prozent, nachdem Peking seinerseits einen Zoll von 34 Prozent sowie Exportbeschränkungen auf strategische Metalle eingeführt hatte. Sollte es zu einer vollständigen Umsetzung aller angekündigten Zölle kommen, könnten chinesische Exporte in die USA mit bis zu 104 Prozent belastet werden, was den Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften faktisch zum Erliegen bringen würde.

Ein Einbruch der chinesischen Fertigungsindustrie, die rund ein Viertel der nationalen Stahlnachfrage ausmacht, könnte auch den Bedarf an Eisenerz deutlich senken. Noch bleibt abzuwarten, ob die Regierung in Peking Konjunkturmaßnahmen ergreifen wird, um die Wirtschaft zu stützen und dadurch auch die Stahlproduktion aufrechtzuerhalten. Die Einfuhrzahlen für März deuten auf eine stabile Nachfrage hin: China importierte laut Analysten von Kpler 102,1 Millionen Tonnen Eisenerz, ein Anstieg gegenüber den 84,36 Millionen Tonnen im Februar.

Auch der Markt für metallurgische Kohle, die neben Eisenerz der wichtigste Rohstoff für die Stahlproduktion ist, zeigt bisher keine starken Reaktionen. Die Futures an der Börse in Singapur stiegen seit dem 2. April um 5,9 Prozent auf 186 US-Dollar pro Tonne. Grund dafür sind wetterbedingte Lieferausfälle im australischen Queensland, wo ein Großteil der Minen liegt. Dagegen sanken die Preise für Kokskohle an der chinesischen Börse um 3,1 Prozent auf 971,50 Yuan pro Tonne, was auf leichte Nachfrageunsicherheiten schließen lässt.

RohstoffeEisenerzChina

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