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Einzelhandel überrascht mit Umsatzplus im September

Trotz Wachstum bleiben Erwartungen der Händler verhalten

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Einzelhandel überrascht mit Umsatzplus im September

Die deutschen Einzelhändler konnten im September einen unerwarteten Umsatzzuwachs verzeichnen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg der Umsatz im Vergleich zum August um 0,6 Prozent. Real, das heißt inflationsbereinigt, betrug das Plus sogar 1,2 Prozent. Diese Entwicklung überraschte Ökonomen, die im Vorfeld eine Umsatzeinbuße von 0,5 Prozent prognostiziert hatten. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat wuchs der reale Umsatz um 3,8 Prozent, obwohl nur ein Plus von 1,6 Prozent erwartet worden war.

Unterschiedliche Branchen entwickelten sich jedoch im September unterschiedlich. Während der Umsatz im Lebensmittelbereich real um 0,8 Prozent zum Vormonat sank, verzeichnete der Internet- und Versandhandel ein starkes Wachstum von 3,1 Prozent. Die Stimmung im Einzelhandel verbesserte sich leicht vor dem anstehenden Weihnachtsgeschäft. Laut einer Erhebung des Ifo-Instituts stieg das Geschäftsklima im Oktober leicht an und lag bei minus 25,2 Punkten, im Vergleich zu minus 25,6 Punkten im September. Zwar beurteilen Einzelhändler ihre aktuelle Lage besser, jedoch bleiben die Erwartungen für die kommenden Monate auf einem niedrigen Niveau.

Im Lebensmittelhandel und in Autohäusern wurde die Lage im Vergleich zum Rest der Branche positiver eingeschätzt. Bekleidungs-, Möbel- und Fahrradhändler bewerteten ihre Situation dagegen besonders negativ. Insgesamt meldeten 56,4 Prozent der Einzelhändler im dritten Quartal eine unzureichende Nachfrage, und 43,9 Prozent klagten über zu geringe Kundenfrequenz in ihren Geschäften. Der Fachkräftemangel blieb für 30,7 Prozent der Händler ein spürbares Problem, insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel. Darüber hinaus berichteten 7,3 Prozent der Einzelhändler von Finanzierungsschwierigkeiten.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) wandte sich in einem Schreiben an Bundeskanzler Olaf Scholz mit der Bitte um verbesserte Standortbedingungen. Der HDE wies darauf hin, dass die Bundesregierung Anfang des Jahres den privaten Konsum als Stütze der Konjunktur hervorgehoben hatte. Mittlerweile sei jedoch absehbar, dass der private Konsum in den letzten Monaten des Jahres als Wachstumsmotor ausfalle. Unternehmen, Standorte, Innenstädte und Arbeitsplätze stünden unter Druck und benötigten stabile Rahmenbedingungen.

Dank der verbesserten Konsumlaune konnte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal ein unerwartetes Wachstum verzeichnen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Diese Entwicklung wurde nach Angaben der Statistiker insbesondere durch höhere staatliche und private Konsumausgaben begünstigt. Forscher sehen das Konsumklima momentan auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren, was auf die geringere Inflation zurückgeführt wird.

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