Einzelaktien im Depot: Wie viele Positionen sind sinnvoll?
Wer ETFs mit Einzelaktien kombiniert, stellt sich die Frage: Wie viele Einzelwerte braucht man wirklich für eine sinnvolle Streuung?

Viele Privatanleger setzen auf eine Kombination aus ETFs und Einzelaktien – doch wie viele Einzelwerte braucht es wirklich, um das Risiko sinnvoll zu verteilen? Diese Frage stellt sich ein Anleger, der sein Vermögen bereits klar strukturiert hat: 70 Prozent fließen in einen ETF auf den globalen Aktienindex FTSE All-World, 20 Prozent in Einzelaktien und zehn Prozent in Kryptowährungen. Insgesamt geht es um einen mittleren fünfstelligen Betrag.
Die konkrete Frage lautet: Reichen fünf Einzelwerte aus, um den Aktienanteil ausreichend zu streuen – oder sollten es besser zehn sein? Die Antwort darauf ist für viele Privatanleger hochrelevant, denn Einzelaktien bieten Chancen, aber auch Klumpenrisiken, die gut durchdacht sein wollen.
ETF als Fundament – Einzelaktien als Ergänzung
Der Ansatz des Anlegers ist grundsätzlich solide aufgestellt. Der FTSE All-World ETF deckt als globaler Aktienindex bereits Tausende von Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab und sorgt für eine breite Diversifikation im Kerndepot. Der Einzelaktienanteil von 20 Prozent ist damit klar als Beimischung definiert – nicht als Hauptbaustein.
Genau diese Gewichtung ist entscheidend für die Frage nach der nötigen Anzahl an Einzelwerten. Wer nur einen kleinen Teil seines Vermögens in Einzelaktien investiert, trägt ein überschaubares Gesamtrisiko – selbst wenn einzelne Positionen stark schwanken oder im Wert fallen. Das Fundament aus dem breit gestreuten ETF federt solche Ausschläge ab.
Fünf oder zehn Positionen – was ist besser?
Bei einem Einzelaktienanteil von 20 Prozent eines mittleren fünfstelligen Betrags bewegt man sich in einem Bereich, in dem die Anzahl der Positionen eine wichtige Rolle spielt. Mit nur fünf Einzelwerten entfällt auf jede Position ein vergleichsweise großer Anteil des Teilportfolios – ein Totalausfall oder ein starker Kurseinbruch bei einer Aktie würde spürbar ins Gewicht fallen.
Zehn Positionen verteilen das Risiko gleichmäßiger. Gleichzeitig steigt mit mehr Positionen auch der Verwaltungsaufwand: Wer zehn Einzelaktien hält, muss mehr Unternehmen beobachten, Quartalszahlen verfolgen und Entscheidungen treffen. Für Anleger, die nicht täglich den Markt im Blick haben, kann das schnell unübersichtlich werden.
Eine wichtige Faustregel lautet: Einzelaktien sollten nur dann ins Depot, wenn man das jeweilige Unternehmen wirklich versteht und bereit ist, sich regelmäßig damit zu beschäftigen. Qualität vor Quantität gilt hier mehr als eine bestimmte Mindestanzahl.
Klumpenrisiken vermeiden – Branchen und Regionen beachten
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Zur AktienanalyseUnabhängig davon, ob man sich für fünf oder zehn Einzelwerte entscheidet, sollte man auf eine sinnvolle Streuung innerhalb des Einzelaktienportfolios achten. Wer etwa ausschließlich auf Technologieaktien aus den USA setzt, geht ein erhebliches Sektorrisiko ein – zumal der FTSE All-World ETF US-Technologiewerte ohnehin bereits stark gewichtet.
Sinnvoller ist es, Einzelaktien bewusst als Ergänzung zu wählen: etwa aus Branchen oder Regionen, die im ETF unterrepräsentiert sind, oder aus Bereichen, in denen man selbst besonderes Wissen mitbringt. So entsteht ein Depot, das die Stärken beider Anlageformen – breite Diversifikation durch ETFs und gezielte Chancen durch Einzelaktien – optimal verbindet.
Letztlich gibt es keine universell richtige Antwort auf die Frage nach der idealen Anzahl. Entscheidend ist, dass jede Position im Depot einen klaren Grund hat – und dass das Gesamtportfolio zur eigenen Risikobereitschaft und zum verfügbaren Zeitaufwand passt.


