EIA: US-Erdgasproduktion und -nachfrage erreichen 2026 Rekordhochs
Die US-Energiebehörde EIA erwartet steigende Rekordwerte bei Produktion, Nachfrage und LNG-Exporten – bei sinkenden Gaspreisen.

Die US Energy Information Administration (EIA) hat in ihrem aktuellen „Short-Term Energy Outlook" (STEO) für die kommenden Jahre eine deutliche Ausweitung des amerikanischen Erdgasmarktes prognostiziert. Sowohl Angebot als auch Nachfrage sollen demnach 2026 neue Rekordstände erreichen – ein Signal für die wachsende Bedeutung der USA als globaler Energielieferant.
Die Trockengasproduktion soll laut EIA von einem Rekordwert von 107,6 Milliarden Kubikfuß pro Tag (bcfd) im Jahr 2025 auf 111,2 bcfd im Jahr 2026 steigen. Für 2027 wird sogar ein weiterer Anstieg auf 116 bcfd erwartet. Die Produktionsprognose für 2026 blieb dabei gegenüber der Juli-Schätzung unverändert.
Parallel dazu soll der inländische Gasverbrauch von 91,9 bcfd im Jahr 2025 auf 92,0 bcfd im Jahr 2026 und weiter auf 94,8 bcfd im Jahr 2027 klettern. Die Nachfrageprognose für 2026 liegt damit leicht unter der Juli-Vorhersage der Behörde von 92,1 bcfd.
LNG-Exporte auf Rekordkurs
Besonders dynamisch entwickeln sich die amerikanischen Flüssigerdgas-Exporte (LNG). Die EIA prognostiziert einen Anstieg der durchschnittlichen US-LNG-Exporte von einem Rekordwert von 15,1 bcfd im Jahr 2025 auf 17,4 bcfd im Jahr 2026 und 18,6 bcfd im Jahr 2027. Für europäische und asiatische Importeure – darunter auch Deutschland – sind diese Zahlen von erheblicher Bedeutung, da amerikanisches LNG eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung der Energieversorgung spielt.
Die August-Prognose für LNG-Exporte verzeichnete gegenüber dem Juli-STEO einen leichten Rückgang. Als Grund nannte die EIA Wartungsarbeiten an der Exportanlage von Freeport LNG im US-Bundesstaat Texas.
Gaspreise sinken trotz Rekordproduktion
Die hohe Produktionsleistung und die verringerte Nachfrage nach LNG-Einspeisegas dürften sich dämpfend auf die Preise auswirken. Die EIA erwartet, dass die durchschnittlichen Spotpreise am US-Benchmark Henry Hub in Louisiana von 3,53 US-Dollar pro Million British Thermal Units (mmBtu) im Jahr 2025 auf 3,44 US-Dollar im Jahr 2026 und weiter auf 3,31 US-Dollar im Jahr 2027 sinken werden. Im Juli hatte die Behörde für 2026 noch 3,67 US-Dollar und für 2027 noch 3,49 US-Dollar prognostiziert – die Erwartungen wurden damit deutlich nach unten korrigiert.
Die hohe Produktion soll zudem die Gasvorräte bis Oktober auf ein Zehnjahreshoch von 3,98 Billionen Kubikfuß anschwellen lassen. Das wäre der größte Puffer vor der Wintersaison seit dem Rekordhoch von 4,013 Billionen Kubikfuß Ende Oktober 2016. „Höhere Erdgasvorräte im Herbst bieten ein Polster für den erhöhten heizungsbedingten Verbrauch im Winter", erklärte EIA-Administrator Tristan Abbey in einer Pressemitteilung.
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Zur AktienanalyseKohleproduktion auf historischem Tiefstand
Der Aufstieg des Erdgases geht mit einem strukturellen Rückgang der Kohle einher. Da Kraftwerksbetreiber in den kommenden Jahren weniger Kohle verbrennen sollen, erwartet die EIA einen Rückgang der US-Kohleproduktion von einem Zweijahreshoch von 528,4 Millionen Short Tons im Jahr 2025 auf 514,4 Millionen Tonnen im Jahr 2026 und schließlich auf 496,6 Millionen Tonnen im Jahr 2027 – der niedrigste Stand seit 1963.
Dieser Rückgang wirkt sich auch auf die Treibhausgasbilanz aus. Die CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen sollen von einem Dreijahreshoch von 4,90 Milliarden Tonnen im Jahr 2025 auf 4,81 Milliarden Tonnen im Jahr 2026 sinken. Für 2027 prognostiziert die EIA aufgrund der steigenden Gasnutzung einen leichten Wiederanstieg auf 4,84 Milliarden Tonnen.


