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EIA hebt Ölförderprognose nach Wiedereröffnung der Straße von Hormus an

Nach einem US-Iran-Abkommen vom 18. Juni öffnete die Straße von Hormus wieder – die EIA revidiert ihre Ölprognosen deutlich nach oben.

EIA hebt Ölförderprognose nach Wiedereröffnung der Straße von Hormus an

Die US-Energiebehörde EIA (Energy Information Administration) hat am Dienstag ihre Prognose für die weltweite Ölproduktion deutlich angehoben. Auslöser ist die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die infolge eines Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vom 18. Juni ermöglicht wurde. Die Behörde erwartet nun, dass sich die globale Rohölproduktion sowie die internationalen Handelsströme bis Ende 2026 nahezu auf das Niveau vor dem Konflikt erholen werden.

Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Anteil des globalen Ölhandels, weshalb jede Unterbrechung des Verkehrs dort unmittelbare Auswirkungen auf die Energiemärkte weltweit hat. Die Wiedereröffnung dieser Route ist daher ein zentraler Faktor für die nun optimistischere Einschätzung der EIA.

Brent-Ölpreis bricht deutlich ein

Der Spotpreis für Rohöl der Sorte Brent lag im Juni bei durchschnittlich 85 US-Dollar pro Barrel. Das entspricht einem Rückgang von 22 Dollar gegenüber Mai und sogar 32 Dollar gegenüber dem Höchststand vom April 2026. Die EIA prognostiziert für das dritte Quartal 2026 einen durchschnittlichen Brent-Preis von 74 Dollar pro Barrel – das sind 27 Dollar weniger als noch in der Prognose des Vormonats angenommen.

Für das Jahr 2027 erwartet die Behörde einen weiteren Preisrückgang auf durchschnittlich 65 Dollar pro Barrel. Als Begründung nennt die EIA den anhaltenden Aufbau globaler Ölvorräte. Der Großteil der zuvor stillgelegten Produktion soll demnach bis zum ersten Quartal 2027 wieder aufgenommen werden, was das Angebot auf den Weltmärkten spürbar erhöhen dürfte.

Benzinpreise in den USA sinken deutlich

Auch für die US-amerikanischen Einzelhandelspreise für Benzin zeichnet die EIA ein deutlich entspannteres Bild. Für das dritte Quartal 2026 wird ein Rückgang von 4,21 Dollar pro Gallone im zweiten Quartal auf 3,80 Dollar pro Gallone erwartet. Im vierten Quartal sollen die Preise weiter auf rund 3,40 Dollar pro Gallone fallen.

Der Jahresdurchschnitt 2027 dürfte laut EIA sogar unter die Marke von 3,10 Dollar pro Gallone sinken. Zum Vergleich: Im Mai lagen die durchschnittlichen US-Benzinpreise noch bei 4,48 Dollar pro Gallone. Für die zweite Jahreshälfte 2026 rechnet die Behörde mit einem Durchschnittspreis von rund 3,60 Dollar pro Gallone.

Erdgasprognose bleibt moderat

Für den Erdgasmarkt prognostiziert die EIA, dass die Henry-Hub-Spotpreise im Jahr 2026 durchschnittlich knapp 3,70 US-Dollar pro Million British Thermal Units (MMBtu) erreichen werden. Im Jahr 2027 sollen die Preise dann auf unter 3,50 Dollar pro MMBtu nachgeben. Der Henry Hub ist der wichtigste Referenzpunkt für den US-amerikanischen Erdgasmarkt und dient als Benchmark für viele internationale Gaspreisverträge.

Insgesamt zeichnet die EIA mit ihrer aktualisierten Prognose ein Bild deutlich sinkender Energiepreise – sowohl bei Rohöl als auch bei Benzin und Erdgas. Voraussetzung bleibt jedoch, dass die Straße von Hormus offen bleibt und die Ölproduktion wie erwartet wieder hochgefahren werden kann.

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