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Edmunds testet chinesisches SUV – US-Autobauer sollten besorgt sein

Das renommierte US-Fahrzeugportal Edmunds prüfte erstmals ein chinesisches Auto und zieht ein alarmierendes Fazit für amerikanische Hersteller.

Das bekannte amerikanische Fahrzeugportal Edmunds hat erstmals ein chinesisches Fahrzeug einem vollständigen Testprogramm unterzogen – und die Ergebnisse haben es in sich. Chefredakteur Alistair Weaver zog nach den Tests eine unmissverständliche Bilanz: US-Automobilhersteller hätten guten Grund zur Sorge. Das Urteil eines der einflussreichsten Automedien der Vereinigten Staaten dürfte die Debatte über chinesische Fahrzeuge auf dem Weltmarkt weiter anheizen.

Hintergrund des Tests ist das wachsende Interesse amerikanischer Verbraucher an chinesischen Fahrzeugen. Obwohl chinesische Autos in den USA faktisch verboten sind – unter anderem durch hohe Strafzölle von bis zu 100 Prozent, die die Biden-Administration 2024 eingeführt hat –, wollte Edmunds verstehen, womit die US-Industrie global konfrontiert ist. Das Portal entschied sich daher, ein Fahrzeug für den eigenen Test zu beschaffen.

Das Testfahrzeug: Geely Galaxy M9

Edmunds sicherte sich einen Geely Galaxy M9 – ein SUV-Hybrid mit verlängerter Reichweite (sogenannter Range Extender). In China ist das Fahrzeug ab umgerechnet rund 25.000 US-Dollar erhältlich, was es im Vergleich zu amerikanischen und europäischen Konkurrenten ausgesprochen günstig positioniert. Das Testprogramm umfasste unter anderem Messungen zu Reichweite, Beschleunigung und weiteren Fahrzeugeigenschaften.

Geely ist kein unbeschriebenes Blatt in der Automobilwelt. Der chinesische Konzern ist Eigentümer von Volvo Cars, hält Anteile an Mercedes-Benz und betreibt die Sportwagenmarke Lotus. Die Muttergesellschaft gehört damit zu den global vernetzten Automobilkonzernen, die westliche Ingenieurskunst mit chinesischer Fertigungseffizienz kombinieren. Der Galaxy M9 ist ein Produkt dieser Strategie: technisch hochwertig, funktionsreich und zu einem Preis, der westliche Wettbewerber unter Druck setzt.

Günstiger Preis, hohe Ausstattung – eine gefährliche Kombination

Das zentrale Argument chinesischer Fahrzeughersteller ist die Kombination aus niedrigem Preis und umfangreicher Serienausstattung. Während ein vergleichbares amerikanisches oder deutsches SUV mit Hybridantrieb deutlich mehr kostet, bietet der Geely Galaxy M9 laut Edmunds ein Niveau, das amerikanische Hersteller herausfordert. Genau das macht die Situation für Detroit so brisant.

Für deutsche Leser ist der Kontext besonders relevant: Auch europäische und deutsche Automobilhersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz stehen unter massivem Druck durch chinesische Konkurrenz – sowohl auf dem chinesischen Heimatmarkt als auch zunehmend in Europa. Die EU hat ebenfalls Zusatzzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge eingeführt, um die heimische Industrie zu schützen.

Globaler Wettbewerb verschärft sich

Der Edmunds-Test ist mehr als ein journalistisches Experiment – er ist ein Stimmungsbarometer. Wenn eines der renommiertesten Automedien der USA gezielt ein chinesisches Fahrzeug testet und dabei Alarm schlägt, unterstreicht das die Ernsthaftigkeit der Bedrohung für westliche Hersteller. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann und wie chinesische Fahrzeuge den westlichen Markt stärker durchdringen werden.

Für Investoren im Automobilsektor liefert der Edmunds-Bericht ein weiteres Signal: Der Wettbewerbsdruck auf etablierte Hersteller in den USA und Europa bleibt hoch. Unternehmen wie General Motors, Ford, aber auch Volkswagen und Stellantis stehen vor der Herausforderung, ihre Kostenstrukturen und Angebotspaletten grundlegend anzupassen – oder Marktanteile an aufstrebende chinesische Marken zu verlieren.

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