Edison-Strommast löste verheerenden Eaton-Waldbrand in Los Angeles aus
Ein 55-seitiger Untersuchungsbericht belastet Southern California Edison schwer – mit milliardenschweren Haftungsfolgen.
Elektrische Funken von einem außer Betrieb befindlichen Strommast des US-Energieversorgers Southern California Edison haben den verheerenden Eaton-Waldbrand vom Januar 2025 ausgelöst. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten 55-seitigen Bericht der Feuerwehr von Los Angeles County hervor. Bei dem Brand kamen 19 Menschen ums Leben, und Tausende von Häusern in der Nähe von Los Angeles wurden zerstört.
Die Brandermittler identifizierten zwei kurz aufeinanderfolgende sogenannte „Lichtbogenereignisse" an dem Edison-Strommast als alleinige Ursache und Ursprung des Feuers. Dabei fiel „unbekanntes brennendes Material" von dem Mast in ein trockenes Vegetationsbett darunter, das sich innerhalb von etwa zwölf Sekunden entzündete. Der gesamte Vorgang wurde auf Video festgehalten, was die Beweislage für den Versorger besonders brisant macht.
Der Brand brach am 7. Januar 2025 aus und verwüstete die Vorstadtgemeinde Altadena bei Los Angeles. Insgesamt zerstörte das Feuer über 9.400 Häuser und andere Gebäude und erfasste eine Fläche von mehr als 14.000 Acres – umgerechnet rund 56 Quadratkilometer. Der Bericht erwähnt auch heftige Windböen als begünstigenden Faktor, benennt jedoch den Edison-Strommast als alleinigen Auslöser.
Milliardenschwere Haftungsrisiken für Edison International
Southern California Edison, eine Tochtergesellschaft des börsennotierten Konzerns Edison International, sieht sich nun mit potenziellen Haftungsansprüchen in Milliardenhöhe konfrontiert. Das Unternehmen hat die Ergebnisse des Berichts weder unmittelbar bestritten noch akzeptiert. „Wir haben den Bericht erhalten und prüfen ihn", erklärte ein Unternehmenssprecher. Er fügte hinzu: „Bei SoCal Edison haben wir unsere potenzielle Rolle bei diesem Brand von Anfang an ernst genommen."
Als Reaktion auf Klagen von Immobilieneigentümern und der US-Regierung hatte der Versorger bereits öffentlich eingeräumt, dass seine Ausrüstung wahrscheinlich mit der Entzündung des Brandes in Verbindung stand. Im Oktober 2025 richtete das Unternehmen einen speziellen Entschädigungsfonds ein, um Zahlungen für Todesfälle, Sachschäden und Rauchschäden zu beschleunigen. Dieser freiwillige Fonds hat bis heute über 4.000 Ansprüche erhalten und mehr als 2.400 Personen ausgezahlt.
Edison geht jedoch auch selbst juristisch in die Offensive: Der Versorger hat das Los Angeles County, Southern California Gas und andere Behörden verklagt. Das Unternehmen behauptet, dass auch diese eine Mitschuld an dem Ausmaß und der Schwere der Katastrophe tragen.
Zweiter Großbrand traf Pacific Palisades gleichzeitig
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Zur AktienanalyseDas Eaton-Feuer fiel zeitlich mit einem weiteren katastrophalen Waldbrand zusammen, der ebenfalls am 7. Januar ausbrach – rund 30 Meilen westlich. Dieser Brand legte die Küstenenklave Pacific Palisades bei Santa Monica in Schutt und Asche und forderte 12 Menschenleben. Die Ermittler stellten fest, dass das Palisades-Feuer von einem kleineren Brand ausging, der sechs Tage zuvor vorsätzlich gelegt und schnell gelöscht worden war, aber fast eine Woche lang unterirdisch in dichtem Gestrüpp weiterglimmte, bevor er sich bei starkem Wind erneut entzündete.
Gegen den Tatverdächtigen in diesem Fall, den 30-jährigen Jonathan Rinderknecht, wurde im Juni wegen dreifacher Brandstiftung auf Bundesebene verhandelt. Der Richter erklärte den Prozess jedoch für gescheitert (Mistrial), nachdem die Geschworenen kein einstimmiges Urteil fällen konnten.
Die Ereignisse vom Januar 2025 gehören zu den verheerendsten Waldbrandkatastrophen in der Geschichte Kaliforniens. Für Anleger von Edison International bleibt die rechtliche und finanzielle Aufarbeitung des Eaton-Feuers ein zentrales Risiko – der nun vorliegende offizielle Untersuchungsbericht dürfte die Haftungsdebatte weiter verschärfen.


