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Edison ersetzt katarisches Gas nach Lieferunterbrechungen im Nahen Osten

Der italienische Energieversorger sicherte sieben Ersatzladungen auf dem Spotmarkt – sechs davon aus den USA.

Edison ersetzt katarisches Gas nach Lieferunterbrechungen im Nahen Osten

Der italienische Energieversorger Edison SpA hat nach eigenen Angaben den Großteil der katarischen Gaslieferungen erfolgreich ersetzt, die infolge des Krieges im Nahen Osten unterbrochen wurden. Das Unternehmen sieht derzeit kein unmittelbares Risiko für die Versorgung seiner Kunden in Italien.

Edison, eine Tochtergesellschaft des französischen Energiekonzerns Electricité de France (EDF), hatte für den Zeitraum von April bis Mitte Juni zehn Ladungen katarischen Flüssiggases (LNG) eingeplant. Diese wurden storniert, nachdem QatarEnergy gegenüber dem Unternehmen „höhere Gewalt" – auf Englisch „Force Majeure" – geltend gemacht hatte. Die letzte reguläre Lieferung aus Katar an Edison erfolgte im März 2024.

Das stornierte Volumen entspricht rund 1,4 Milliarden Kubikmetern Gas – eine erhebliche Menge, die Edison kurzfristig auf dem Weltmarkt beschaffen musste.

Ersatz über den Spotmarkt gesichert

Edison reagierte schnell und sicherte sich sieben Ersatzladungen auf dem Spotmarkt. Sechs dieser Lieferungen stammen aus den USA. Die erste Ersatzlieferung traf bereits am 11. April 2024 ein. Eine zweite Ladung wird unmittelbar erwartet, eine dritte folgt Ende April. Die verbleibenden Lieferungen sind für Mai und Juni geplant. Mit diesen Zukäufen kann Edison nach eigenen Angaben den Großteil des Defizits ausgleichen und seine Lieferverpflichtungen gegenüber Kunden erfüllen.

Katar spielt als Gaslieferant für Europa eine bedeutende Rolle. Italien ist dabei der größte europäische Abnehmer katarischen Gases und bezieht im Rahmen langfristiger Verträge monatlich etwa fünf LNG-Ladungen. Edison selbst unterhält seit 2009 einen 25-Jahres-Vertrag mit QatarEnergy – eine Partnerschaft, die das Unternehmen als äußerst zuverlässig bezeichnet. Selbst in früheren Krisenzeiten seien die vertraglichen Verpflichtungen stets erfüllt worden.

Angespannte Gasmärkte, aber ausreichende Versorgung

Trotz der aktuellen Lieferunterbrechungen bewertet Edison die globale Versorgungslage als grundsätzlich stabil. Die Gasmärkte seien zwar angespannt, aber ausreichend versorgt. Preistreibend wirkt laut Edison der verstärkte Wettbewerb aus Asien, der die Nachfrage nach LNG auf dem Weltmarkt erhöht und die Preise nach oben drückt.

Für deutsche und europäische Anleger sowie Energieverbraucher verdeutlicht der Fall Edison, wie abhängig Europa von einzelnen LNG-Lieferanten geblieben ist – und wie schnell geopolitische Ereignisse Versorgungsketten belasten können. Gleichzeitig zeigt das Beispiel, dass der globale Spotmarkt für Flüssiggas mittlerweile ausreichend liquide ist, um kurzfristige Ausfälle zumindest teilweise zu kompensieren.

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