Edelmetall-Diebstahl bei Aurubis - Ein Millionenraub erschüttert das Unternehmen
Vom spektakulären Raub zur internen Ermittlung: Die dunkle Seite von Aurubis' Geschichte

Eine Bande von Dieben hat über Jahre hinweg das renommierte Hamburger Unternehmen Aurubis bestohlen und dadurch Millionenschäden verursacht, wie die Hamburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgab. Die Anklage richtet sich gegen fünf Hauptbeschuldigte und einen weiteren Mann, der der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl beschuldigt wird. Der Prozess vor dem Landgericht Hamburg soll bereits am 12. Dezember beginnen und verspricht, ein bedeutendes juristisches Ereignis zu werden.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, rund fünf Tonnen edelmetallhaltige Zwischen- und Nebenprodukte im Gesamtwert von etwa elf Millionen Euro vom Firmengelände im Stadtteil Veddel gestohlen und an bislang unbekannte Abnehmer weiterverkauft zu haben. Obwohl die Anklage den Firmennamen nicht explizit erwähnte, bestätigte ein Unternehmenssprecher, dass es sich um Diebstähle bei Aurubis handelt. Die gestohlenen Materialien werden als "Rohsilberfegsel" bezeichnet, die während der Metallrecycling- und Aufbereitungsprozesse entstehen. Ein Teil der Beute wurde angeblich zur Analyse und weiteren Verwendung in metallverarbeitende Betriebe in der Türkei versandt. Zur internen Kommunikation nutzten die Beschuldigten Kryptohandys.
Die Ermittlungen in diesem Fall begannen im Juni, als die Staatsanwaltschaft über 30 Objekte in fünf Bundesländern durchsuchte und sechs Männer verhaftete. Die Verdächtigen, deren Alter zwischen 33 und 50 Jahren liegt, wurden wegen schweren Bandendiebstahls oder gewerbsmäßiger Bandenhehlerei beschuldigt. Weitere Mittäter blieben zunächst unbekannt. Die Ermittlungen richteten sich auch gegen aktive und ehemalige Mitarbeiter von Aurubis sowie gegen Mitarbeiter von Fremdfirmen, die auf dem Werksgelände tätig waren.
Während dieser Fall bereits erhebliche Schäden für Aurubis verursachte, steht er mutmaßlich nicht in Zusammenhang mit einem anderen Betrugsfall, der Ende August bekannt wurde. In diesem anderen Fall wurden erhebliche Abweichungen im Metallbestand des Unternehmens festgestellt, die zu einem geschätzten Schaden in dreistelliger Millionenhöhe führten. Es wird vermutet, dass Proben von Recycling-Schrott manipuliert wurden, um den Wert der Lieferungen zu erhöhen. Die außerordentliche Inventur ergab, dass der Fehlbestand an Edelmetallen das operative Ergebnis vor Steuern des Geschäftsjahres 2022/23 um 185 Millionen Euro negativ beeinflusste. Dies führte dazu, dass Aurubis die Vorlage der Geschäftszahlen für 2022/23 um zwei Wochen verschieben musste.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer Prozess gegen die Diebesbande wird sicherlich viel Aufmerksamkeit erregen und weitere Einblicke in die Umstände des Diebstahls und seiner Folgen für das angesehene Unternehmen Aurubis bieten.


