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Edelmetall-Crash: Silber stürzt um 26 Prozent, Gold verliert 1200 Dollar

Extreme Volatilität erschüttert die Rohstoffmärkte – historische Verluste bei Silber und Gold schocken Anleger weltweit.

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Edelmetall-Crash: Silber stürzt um 26 Prozent, Gold verliert 1200 Dollar

Die globalen Edelmetallmärkte erlebten zu Wochenbeginn einen der schwersten Einbrüche der modernen Handelsgeschichte. Silber verzeichnete am Freitag einen dramatischen Absturz von 26 Prozent, mit Intraday-Schwankungen von bis zu 38 Prozent – der größte Zwei-Tages-Verlust seit den 1980er Jahren. Auch Gold korrigierte massiv und fiel zeitweise um fast 1200 Dollar von seinem Rekordhoch.

Die Verluste setzten sich am Montag fort. Silber gab weitere 5,5 Prozent nach und notierte bei 82,30 US-Dollar je Feinunze, nachdem es zuvor auf 71,38 Dollar abgestürzt war. Nur Tage zuvor hatte das Edelmetall noch ein Rekordhoch von 121,65 Dollar erreicht. Die historische Volatilität schnellte laut UBS von etwa 55 Prozent auf 115 Prozent hoch.

Gold konnte sich dem Verkaufsdruck ebenfalls nicht entziehen. Nach dem größten Tagesverlust seit 2013 am Freitag mit minus 9 Prozent, fiel der Goldpreis um weitere 3,4 Prozent auf 4670 US-Dollar. Im Tief erreichte das Edelmetall 4402 Dollar – ein Rückgang von etwa einem Fünftel gegenüber dem Donnerstag-Rekordhoch.

Mehrere Faktoren lösten den Crash aus

Als wesentlicher Auslöser gilt die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Fed-Vorsitzenden durch US-Präsident Trump. Dies milderte Ängste bezüglich der Unabhängigkeit der US-Notenbank und führte zu einem Anstieg des US-Dollars. Da Edelmetalle primär in Dollar gehandelt werden, verteuert ein starker Dollar die Metalle und bremst die Nachfrage.

Verschärfend wirkte die Erhöhung der Margin-Anforderungen durch die CME Group für wichtige Gold- und Silber-Futures-Kontrakte. Händler berichteten zudem von Druck auf mehrere Silber-Futures-Fonds in China. Spekulanten mit kreditfinanzierten Positionen mussten bei fallenden Kursen verkaufen, was eine Abwärtsspirale auslöste.

Die UBS führt die heftige Neubewertung auch auf den "gestreckten Ausgangspunkt" zurück. Die Silberpreise waren im Jahresvergleich um 250 Prozent gestiegen, bevor die Korrektur einsetzte. Diese extreme Überbewertung machte den Markt anfällig für scharfe Rückschläge.

Weitere Rohstoffe unter Druck

Der gesamte Rohstoffsektor geriet unter Verkaufsdruck. Ölpreise fielen um fast 5 Prozent, nachdem Präsident Trump erklärte, der Iran führe "ernsthafte Gespräche" mit Washington. Dies reduzierte kurzfristig das Risiko eines US-Militärschlags. Kupfer erlebte heftige Schwankungen und fiel um 5,7 Prozent auf 12.414 Dollar je Tonne.

Platin verzeichnete einen besonders drastischen Rückgang von rund 35 Prozent von seinem Rekordstand. Dies deutet auf die stärkere Abhängigkeit des Metalls von Konjunktur- und Industrieerwartungen hin. Die allgemeine Marktstimmung bleibt angespannt, der VIX-"Angst-Index" steigt wieder in Richtung der Marke von 20.

Asiatische Märkte im Minus

Die Nervosität erfasste auch die asiatischen Aktienmärkte. Der südkoreanische Aktienmarkt fiel um 5,5 Prozent, der Hang Seng in Hongkong um über 2 Prozent. Belastend wirkten PMI-Daten aus China, die zeigten, dass der Einkaufsmanagerindex wieder unter 50 gefallen ist. Japans Nikkei gab mehr als 1 Prozent nach, während die Nasdaq-Futures um fast 1 Prozent fielen.

Die kommende Woche ist reich an wichtigen makroökonomischen Ereignissen. Zentralbanken weltweit tagen, darunter die EZB und die Bank of England. Die Reserve Bank of Australia gilt als Ausreißer – Märkte implizieren eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung.

Analysten bleiben langfristig optimistisch

In den USA stehen wichtige Daten an, insbesondere der ISM-Fertigungsindex und der Bericht zu den Nicht-Farm-Beschäftigten am Freitag. Etwa ein Viertel des S&P 500 wird Quartalszahlen vorlegen, wobei Technologiekonzerne wie Alphabet und Amazon im Fokus stehen.

Trotz der aktuellen Turbulenzen bleiben Rohstoffexperten der Deutschen Bank optimistisch und halten ihr Jahresziel für Gold bei 6000 USD je Unze aufrecht. Edelmetalle gelten weiterhin als sichere Häfen in Krisenzeiten, angetrieben durch geopolitische Risiken und die Aussicht auf sinkende Zinsen. Analysten von Heraeus sehen die fundamentalen Gründe für steigende Preise als intakt an.

Die UBS merkt jedoch an, dass es bei Silber angesichts der jüngsten Volatilität noch zu früh sei, langfristige Engagements aufzubauen. Trotz des massiven Einbruchs notieren Gold und Silber immer noch deutlich über ihren Anfangswerten des Jahres.

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