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Ecopetrol-Aktie: Kolumbiens Ölriese im Visier von Trump

Die kolumbianische Staatsaktie Ecopetrol rückt durch Donald Trumps Lateinamerika-Politik in den Fokus. Der US-Präsident will die Ölförderung in der Region massiv ankurbeln – ein möglicher Regierungswechsel in Kolumbien könnte der Aktie Auftrieb geben.

Ecopetrol-Aktie: Kolumbiens Ölriese im Visier von Trump

Donald Trump mischt sich massiv in die Politik Lateinamerikas ein. Sein Ziel: Demokratisch gewählte, USA-freundliche Regierungen und vor allem mehr Öl aus der Region. Kolumbien steht dabei besonders im Fokus des US-Präsidenten.

Das jüngste Telefonat zwischen Trump und dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro endete überraschend versöhnlich – mit einer Einladung ins Weiße Haus. Hinter dem Säbelrasseln steckt knallharte Wirtschaftspolitik: Trump will die historisch engen Beziehungen zu Kolumbien wiederherstellen und die Ölförderung massiv ausweiten.

Trumps Ölstrategie für Lateinamerika

Die USA importierten vor den Sanktionen große Mengen venezolanisches Schweröl. US-Raffinerien im Mittleren Westen sind auf dieses Schweröl angewiesen – eine Umstellung auf leichtes WTI-Öl wäre teuer und langwierig. Mehr Schweröl aus Kolumbien und Venezuela würde zudem den Preisdruck auf kanadisches Öl aus Alberta erhöhen.

Trumps Strategie ist klar: Niedrigere Ölpreise sollen die hartnäckige Inflation bekämpfen. Seine Zustimmungswerte sind im Keller – laut aktueller Economist-Umfrage liegt die Zustimmung bei nur 39 Prozent, die Ablehnung bei 56 Prozent. Selbst bei Republikanern bröckelt die Unterstützung auf 81 Prozent.

Kolumbiens Ölschatz und Petros Ausstiegspläne

Kolumbien verfügt über geschätzte 50 Milliarden Barrel Öläquivalent, hauptsächlich offshore entlang der Küsten. Doch Präsident Petro will raus aus fossilen Energien – neue Ölprojekte wurden bereits gestoppt. Die gesicherten Reserven betragen nur noch zwei Milliarden Barrel, bei einer Tagesproduktion von 770.000 Barrel reicht das gerade sieben Jahre.

Am 31. Mai stehen Präsidentschaftswahlen an. Petro will trotz Verfassungsverbot erneut kandidieren – ein Regierungswechsel könnte jedoch die Ölpolitik komplett drehen und neue Erschließungen ermöglichen.

Ecopetrol: Staatskonzern mit Potenzial

Der staatliche Ölriese Ecopetrol fördert 751.000 Barrel täglich, 87 Prozent davon aus 350 heimischen Öl- und Gasfeldern. 40 Prozent des Rohöls werden in eigenen Raffinerien verarbeitet, 60 Prozent gehen in den Export. Die ausgewiesenen Reserven von 1.893 Millionen Barrel Öläquivalent reichen bei aktueller Produktion knapp sieben Jahre.

2007 wurde Ecopetrol unter Präsident Uribe teilprivatisiert, der Staatsanteil liegt heute bei 88,5 Prozent. Seit 2008 ist der Konzern via American Depositary Receipts (ADRs) in New York handelbar – ein ADR entspricht 20 Originalaktien.

Energiewende belastet Bilanz

Für die Energiewende übernahm Ecopetrol 2021 für 3,6 Milliarden Dollar 51,4 Prozent am Stromnetzbetreiber ISA. Das Verhältnis von Nettoschulden zum operativen Ergebnis liegt inklusive ISA bei 2,1, ohne ISA bei 1,5. Die Ratingagentur bewertet Ecopetrol mit BBB- knapp im Investment-Grade, die Gruppe mit BB+ im spekulativen Bereich.

Chancen und Risiken für Anleger

Das Potenzial ist enorm: Bei einem Regierungswechsel und Wiederaufnahme neuer Ölprojekte könnte die Aktie deutlich zulegen. Ohne Öleinnahmen ist Kolumbiens Energiewende ohnehin nicht finanzierbar. Trump dürfte alles daran setzen, USA-freundliche Kräfte bei der Mai-Wahl zu unterstützen.

Die Midterm-Wahlen im November 2026 setzen Trump zusätzlich unter Druck – er braucht außenpolitische Erfolge und niedrigere Ölpreise. Ein Investment in die ADRs bleibt hochspekulativ, bietet aber interessante Chancen. Anleger sollten Orders wegen besserer Liquidität an der NYSE aufgeben und nur mit überschaubaren Positionen einsteigen.

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