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Economy-Klasse schrumpft: Airlines setzen auf mehr Premium-Sitze

Fluggesellschaften weltweit bauen ihre Kabinen um und opfern Economy-Plätze zugunsten lukrativerer Premium-Bereiche.

Economy-Klasse schrumpft: Airlines setzen auf mehr Premium-Sitze

Der Verdrängungswettbewerb in Flugzeugkabinen läuft auf Hochtouren – und die Economy-Klasse verliert ihn zunehmend. Airlines rüsten ihre Passagierjets nach oder kaufen neue Maschinen, die einen deutlich größeren Anteil an Premium-Sitzplätzen bieten. Das Ziel: den Umsatz pro geflogenem Sitzplatz maximieren und zahlungskräftige Reisende ansprechen.

Die Zahlen belegen den Trend eindeutig. Seit Januar 2020 ist die Zahl der geplanten Business- und First-Class-Sitze auf Inlandsflügen in den USA um 27 Prozent gestiegen, wie Untersuchungen des Luftfahrtdaten-Unternehmens Visual Approach Analytics zeigen. Economy-Sitzplätze wuchsen im gleichen Zeitraum lediglich um 10 Prozent – das ist nicht einmal ein Drittel des Premium-Wachstums.

Großcarrier machen den Anfang

Fluggesellschaften wie Delta Air Lines und United Airlines haben das Angebot an Premium-Sitzplätzen auf ihren Flügen im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich ausgebaut. Beide Carrier setzen konsequent auf Liegesitze, mehr Beinfreiheit und verbesserte Services, um Vielfliegern und Geschäftsreisenden ein attraktives Angebot zu machen. Höhere Margen im Premiumsegment treiben diese Strategie voran.

Besonders bemerkenswert ist, dass nun auch Billigflieger den Trend aufgreifen. Southwest Airlines, Spirit und Frontier – traditionell bekannt für günstige Tarife ohne Extras – führen Sitze mit Zusatzvorteilen wie einigen Zentimetern mehr Beinfreiheit ein. Damit verschwimmt die Grenze zwischen Low-Cost-Carriern und klassischen Netzwerkairlines zunehmend.

Was das für Passagiere bedeutet

Für Reisende, die günstige Economy-Tickets bevorzugen, bedeutet dieser Wandel ein schrumpfendes Angebot an einfachen Sitzplätzen. Der Druck auf die verbleibenden Economy-Sitze dürfte mittelfristig auch die Preise beeinflussen. Wer auf Komfort verzichten kann, findet zwar weiterhin günstige Optionen – doch der Spielraum wird enger.

Der Umbau der Flugzeugkabinen spiegelt einen grundlegenden Wandel in der Luftfahrtbranche wider. Airlines orientieren sich stärker an der Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden als an der reinen Auslastung. Für Investoren in Luftfahrtwerte wie Delta oder United könnte diese Strategie langfristig höhere Erträge bedeuten.

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