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Ebola-Ausbruch im Kongo bremst US-Mineralienpartnerschaft aus

Quarantäneauflagen und Reisewarnungen verzögern Treffen zur US-Kongo-Mineralienpartnerschaft – Chinas Einfluss auf Kobalt und Kupfer soll eingedämmt werden.

Ebola-Ausbruch im Kongo bremst US-Mineralienpartnerschaft aus

Ein sich verschlimmernder Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) bremst eine strategisch wichtige Mineralienpartnerschaft zwischen Washington und Kinshasa aus. Reisebeschränkungen und Quarantäneauflagen zwingen Beamte und Investoren dazu, geplante Treffen zu verschieben oder ganz abzusagen. Das berichten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Ausbruch wurde Mitte Mai ausgerufen und hat nach Angaben der kongolesischen Regierung bereits 2.011 Menschen infiziert und 754 Todesopfer gefordert. Die US-Botschaft in Kinshasa reagierte am 11. Juli mit einer eindringlichen Warnung: US-Bürger sollten „aus keinerlei Gründen" in den Kongo reisen. Reisende, die dem Virus ausgesetzt waren, riskieren eine bis zu 21-tägige Quarantäne auf eigene Kosten.

Strategische Bedeutung des Kongos für kritische Rohstoffe

Der Kongo ist kein gewöhnlicher Rohstofflieferant. Das zentralafrikanische Land ist der weltweit größte Kobaltproduzent und der zweitgrößte Kupferlieferant weltweit. Darüber hinaus verfügt es über bedeutende Vorkommen an Germanium, Lithium und Tantal – allesamt Mineralien, die für die Energiewende und moderne Technologien unverzichtbar sind. Diese Ressourcen machen den Kongo zum Brennpunkt eines globalen Wettbewerbs zwischen den USA und China.

Sowohl Washington als auch Peking haben unabhängig voneinander ihre Mineralienpartnerschaften mit Kinshasa in den vergangenen Jahren ausgebaut. Ziel der US-Partnerschaft ist es, den wachsenden Einfluss Chinas auf die kongolesischen Rohstoffvorkommen zu verringern und amerikanischen Unternehmen den Zugang zu diesen strategisch wichtigen Mineralien zu sichern.

Treffen verschoben, Gespräche nach Europa verlagert

Die konkreten Auswirkungen des Ausbruchs auf die Diplomatie sind spürbar. Eine diplomatische Quelle bestätigte gegenüber Reuters, dass ein für den vergangenen Monat in Washington geplantes Treffen zur Prüfung des Interesses von US-Unternehmen an kongolesischen Projekten verschoben wurde. Gespräche werden seitdem an anderen Orten fortgeführt, darunter London, Paris und Brüssel.

Ein Berater, der bei US-Investitionen beratend tätig ist, berichtete zudem, dass eine für Juli geplante Überprüfung kongolesischer Projekte abgesagt wurde, da wichtige Partner nicht aus den USA anreisen konnten. Einige Investoren und Beamte haben ihre Treffen kurzerhand nach Europa verlegt, um die Gespräche am Laufen zu halten.

Das US-Außenministerium betonte gegenüber Reuters, dass Washington „keine höhere Priorität als die Sicherheit der Amerikaner" habe. Gleichzeitig versicherte das Ministerium, dass die USA weiterhin daran arbeiteten, den Ausbruch einzudämmen und die Mineralienpartnerschaft mit dem Kongo voranzutreiben. Als Beleg für den Fortschritt verwies Washington auf Entwicklungen beim sogenannten Lobito-Korridor sowie auf die Verpflichtung Kinshasas, US-Investitionen zu erleichtern.

Die kongolesische Regierung reagierte zunächst nicht auf Anfragen um eine Stellungnahme. Die Quellen, die Reuters informierten, baten allesamt um Anonymität, da sie nicht befugt waren, die Angelegenheit öffentlich zu kommentieren. Wie lange der Ebola-Ausbruch die Verhandlungen noch belasten wird, bleibt offen.

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