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EasyJet vor 7,3-Milliarden-Dollar-Übernahme durch US-Investor Castlelake

Die britische Billigfluggesellschaft akzeptiert grundsätzlich ein Gebot von 6,90 Pfund je Aktie – EU-Eigentumsregeln bleiben das größte Hindernis.

EasyJet vor 7,3-Milliarden-Dollar-Übernahme durch US-Investor Castlelake

Die Aktien von easyJet erreichten am Montag ein Vierjahreshoch, nachdem die britische Billigfluggesellschaft einem grundsätzlichen Übernahmeangebot des US-Investors Castlelake zugestimmt hatte. Das Gebot beläuft sich auf 6,90 Pfund je Aktie, was einem Gesamtwert von rund 5,5 Milliarden Pfund (etwa 7,34 Milliarden Dollar) entspricht. Es ist das fünfte Angebot von Castlelake für die an der Londoner Börse notierte Airline – und das erste, das easyJet grundsätzlich akzeptiert.

Das neue Angebot stellt einen deutlichen Sprung gegenüber dem ursprünglichen Gebot von 5,60 Pfund dar und entspricht einem Aufschlag von knapp 24 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Seit Bekanntwerden des Castlelake-Interesses Ende Mai hat die easyJet-Aktie bereits mehr als 50 Prozent zugelegt. Dennoch verharrte der Kurs am Montag bei rund 6,14 Pfund – ein Plus von etwa 10 Prozent, aber noch deutlich unter dem Gebotspreis.

Luftfahrtanalyst James Halstead kommentierte das Angebot positiv: „Nichts ist sicher, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das Vorhaben umgesetzt wird." Das Angebot erscheine als „fairer Preis", sofern easyJet seine mittelfristigen Gewinnziele erreiche.

Regulatorische Hürden bremsen Anleger-Euphorie

Die verhaltene Kursreaktion spiegelt die Skepsis vieler Marktteilnehmer wider. Ein nicht namentlich genannter Aktionär erklärte, das aktuelle Kursniveau deute darauf hin, dass der Markt eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 30 Prozent für ein Scheitern des Deals einpreise. Kern des Problems sind die Eigentumsregeln der Europäischen Union: Diese schreiben vor, dass Fluggesellschaften, die innerhalb der EU operieren, mehrheitlich im Besitz von EU-Bürgern sein und von diesen kontrolliert werden müssen.

Luftfahrtanalyst John Strickland wies auf diese Herausforderung hin: „Die EU-Vorgaben zu Eigentum und Kontrolle sind komplex, und es ist noch nicht völlig klar, wie dies gelöst werden soll." Kartellrechtliche Probleme sehe er hingegen nicht. Auch die Analysten von JPMorgan äußerten Bedenken darüber, wie Castlelake und easyJet die EU-Eigentumsregeln erfüllen und sich auf eine geeignete Struktur einigen würden.

Castlelake hatte zuvor erklärt, 49 Prozent des Bieterkonsortiums halten zu wollen. Die verbleibenden Anteile sollen von zwei EU-Bürgern gehalten werden: dem ehemaligen easyJet-Betriebsvorstand Peter Bellew und dem erfahrenen Branchenmanager Mark Breen. EasyJet teilte mit, dass Castlelake eine sogenannte „Best-Efforts"-Verpflichtung zur Erlangung der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen eingegangen sei.

Krisengeschüttelte Branche im Fokus von Investoren

Der Deal steht exemplarisch für die schwierige Lage der europäischen Luftfahrtbranche. Eine Reihe von Krisen – darunter die Covid-19-Pandemie, Russlands Invasion in der Ukraine und der diesjährige Krieg im Iran – haben die Fluggesellschaften hart getroffen. Analysten erwarten infolge der geopolitischen Unsicherheit weitere Konsolidierungen und Insolvenzen in der Branche.

Ursprünglich hatte easyJet die Vorschläge von Castlelake als „höchst opportunistisch" bezeichnet. Fluggesellschaften weltweit kämpfen mit explodierenden Kerosinpreisen und verzeichnen Verluste im Zusammenhang mit den anhaltenden Konflikten. Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst der Handelsplattform IG, ordnete das Angebot kritisch ein: „Obwohl es ein ordentlicher Aufschlag gegenüber dem glanzlosen Handel der letzten Jahre ist, stellt es immer noch einen tiefen Abschlag gegenüber dem Aktienkurs der späten 2010er Jahre dar." Er sehe darin ein Zeichen dafür, „wie sehr easyJet jemanden braucht, der das Steuer übernimmt und eine erfolgreichere Flugroute plant."

Offen bleibt auch die Haltung von Gründer und Großaktionär Stelios Haji-Ioannou, der am Montag eine Stellungnahme ablehnte. JPMorgan wies zudem darauf hin, dass die Zustimmung der Aktionäre nicht garantiert sei – auch ein Gegenangebot oder die Übernahme von Teilen von easyJet durch andere Fluggesellschaften sei denkbar. Castlelake muss sein Angebot gemäß den britischen Übernahmeregeln bis zum 3. August formalisieren oder davon Abstand nehmen. Der potenzielle Privatisierungsdeal beinhaltet zudem eine teilweise Eigenkapitalalternative für Aktionäre.

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