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EasyJet und Castlelake einigen sich auf Übernahme für 5,2 Milliarden Pfund

Nach vier abgelehnten Angeboten erzielt EasyJet mit der US-Investmentgesellschaft Castlelake eine Grundsatzeinigung zu 6,90 Pfund je Aktie.

EasyJet und Castlelake einigen sich auf Übernahme für 5,2 Milliarden Pfund

Die britische Billigfluggesellschaft EasyJet hat mit der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Castlelake eine Grundsatzeinigung über ein potenzielles Übernahmeangebot erzielt. Der Deal hätte einen Gesamtwert von rund 5,2 Milliarden Britischen Pfund. Grundlage der Einigung ist ein Vorschlag vom 4. Juli, der einen Preis von 6,90 Britischen Pfund pro Aktie vorsieht.

Der Weg zu dieser Einigung war alles andere als geradlinig. EasyJet hatte zuvor vier Übernahmeangebote von Castlelake abgelehnt und dem US-Bieter vorgeworfen, das Unternehmen „unter Wert" kaufen zu wollen. Zuletzt hatte EasyJet ein Angebot im Wert von 4,7 Milliarden Pfund zurückgewiesen. Nun erklärten beide Seiten am Sonntag, eine Grundsatzeinigung auf Basis des jüngsten Vorschlags erzielt zu haben.

Der Vorstand von EasyJet signalisierte dabei erstmals Zustimmung: Die finanziellen Bedingungen des vorgeschlagenen Angebots stellten „einen Wert dar, den der Vorstand den EasyJet-Aktionären zur Annahme empfehlen würde" – vorausgesetzt, ein verbindliches Angebot werde tatsächlich unterbreitet. Die EasyJet-Aktie schloss am Freitag bei 5,58 Britischen Pfund, womit das Angebot von 6,90 Pfund eine deutliche Prämie gegenüber dem aktuellen Kurs darstellt.

Regulatorische Hürden müssen noch überwunden werden

Eine Grundsatzeinigung bedeutet jedoch noch keinen abgeschlossenen Deal. Castlelake muss nun die erforderlichen behördlichen Genehmigungen und Zustimmungen einholen. Eine besonders bedeutende regulatorische Hürde ergibt sich aus dem europäischen Luftverkehrsrecht: EasyJet muss als europäisches Unternehmen zu mindestens 51 Prozent im Besitz eines europäischen Unternehmens sein. Castlelake ist eine US-amerikanische Gesellschaft, hat jedoch bereits dargelegt, wie sie die Einhaltung dieser Regelung sicherstellen will.

Für Castlelake läuft nun eine klare Frist: Das Unternehmen hat bis zum 3. August um 17:00 Uhr BST Zeit, entweder eine verbindliche Absichtserklärung für ein Angebot abzugeben oder zu erklären, dass kein solches Angebot beabsichtigt ist. Sollte ein formelles Angebot unterbreitet werden, müssten die Aktionäre von EasyJet in einer Abstimmung darüber entscheiden.

Castlelake hält über die von ihr verwalteten Fonds bereits einen Anteil von rund 2,14 Prozent an EasyJet. Das Unternehmen verwaltet insgesamt ein Vermögen von 36 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 27,3 Milliarden Britische Pfund. Bei der Bekanntgabe der Grundsatzeinigung betonte Castlelake laut EasyJet seinen „großen Respekt vor EasyJet und seinen Mitarbeitern" sowie die Absicht, „das künftige Wachstum und die Transformation zu einer stärkeren, widerstandsfähigeren europäischen Fluggesellschaft zu unterstützen".

EasyJet: Europas Billigflieger unter Druck

EasyJet zählt zu den größten Fluggesellschaften Europas. Das in Luton ansässige Unternehmen beschäftigt mehr als 19.000 Mitarbeiter und bedient rund 1.200 Flugverbindungen in 35 europäischen Ländern. Trotz dieser Marktstellung stand die Aktie zuletzt erheblich unter Druck: Bevor im Juni Nachrichten über das erste Übernahmeangebot bekannt wurden, war der Kurs im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent gefallen.

EasyJet selbst hatte den gedrückten Aktienkurs unter anderem auf die Auswirkungen des Krieges der USA und Israels mit dem Iran auf den Reisesektor zurückgeführt. Das Unternehmen sprach von einem „vorübergehend gedrückten" Kurs. Für deutsche Anleger und Reisende ist die Entwicklung von Bedeutung, da EasyJet auch zahlreiche Verbindungen von und nach Deutschland anbietet und zu den wichtigsten Wettbewerbern im europäischen Kurzstreckenmarkt gehört.

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