EASA warnt Fluggesellschaften vor Luftraum über Iran, Irak und Libanon
Die EU-Flugsicherheitsbehörde EASA empfiehlt wegen anhaltender Spannungen und möglicher Militäraktionen das Meiden dreier Lufträume bis Ende August.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat am Mittwoch eine dringende Empfehlung an alle Fluggesellschaften herausgegeben: Der Luftraum über dem Iran, dem Irak und dem Libanon soll gemieden werden. Hintergrund sind die eskalierenden Spannungen in der Region, nachdem die USA und der Iran erneut militärische Angriffe ausgetauscht haben. Das Sicherheitsbulletin der EASA ist bis zum 31. August gültig.
Die Behörde begründete ihre Entscheidung mit dem „anhaltend hohen Spannungsniveau und dem Potenzial für weitere militärische Aktionen" in den betroffenen Regionen. Besonders besorgniserregend ist laut EASA die Lage im iranischen Luftraum: Im Falle eines Zusammenbruchs des bestehenden Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran wäre dieser wahrscheinlich „unmittelbaren Bedrohungen" ausgesetzt. Die Behörde stuft die Umsetzung des Waffenstillstands derzeit als fragil ein.
Hintergrund: Militärische Eskalation in der Region
Die jüngste EASA-Empfehlung folgt auf Erklärungen der iranischen Revolutionsgarden, wonach diese am Mittwoch US-Militärstandorte in Bahrain und Kuwait angegriffen hätten. Diese Angriffe erfolgten als Reaktion auf eine Welle von US-Militärschlägen gegen den Iran, die ihrerseits auf Vorfälle mit Tankern in der Straße von Hormus folgten. Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt und ist für den globalen Ölhandel von zentraler Bedeutung.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag erklärt, die USA würden entweder eine Einigung mit dem Iran erzielen oder „die Sache zu Ende bringen" – eine erneute Drohung mit militärischen Maßnahmen. Diese Aussagen verschärfen das ohnehin angespannte geopolitische Klima in der Region und erhöhen die Unsicherheit für den zivilen Luftverkehr.
Früheres Bulletin für weitere Golfstaaten zurückgezogen
Gleichzeitig zog die EASA ihr vorheriges Sicherheitsbulletin zurück, in dem Fluggesellschaften zur Vorsicht beim Betrieb in den Lufträumen von Bahrain, Kuwait, Israel, Jordanien, Katar, Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien aufgefordert worden waren. Ob die Behörde für diese Länder eine neue, aktualisierte Empfehlung herausgeben wird, blieb zunächst unklar.
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Zur AktienanalyseFür europäische Fluggesellschaften, die Routen in den Nahen Osten, nach Asien oder in den Indischen Ozean bedienen, haben solche EASA-Empfehlungen erhebliche operative und wirtschaftliche Konsequenzen. Umwege um gesperrte Lufträume verlängern Flugzeiten, erhöhen den Treibstoffverbrauch und verursachen zusätzliche Kosten. Bereits in der Vergangenheit – etwa während des Ukraine-Krieges – mussten Fluggesellschaften ihre Routen grundlegend anpassen, was zu spürbaren Mehrkosten führte.
Die EASA ist die zentrale Aufsichtsbehörde für die Luftfahrtsicherheit in der Europäischen Union und gibt regelmäßig Sicherheitsbulletins heraus, wenn geopolitische Ereignisse den zivilen Luftverkehr gefährden könnten. Ihre Empfehlungen sind für europäische Carrier zwar formal nicht bindend, werden in der Praxis jedoch nahezu ausnahmslos befolgt.


