EASA ordnet Notinspektionen für 16 Airbus A380 an
Risse an Flügelholmstrukturen bei Emirates- und Qantas-Maschinen lösen dringende Sicherheitsüberprüfungen der europäischen Luftfahrtbehörde aus.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat dringende Inspektionen für insgesamt 16 Airbus A380-Maschinen angeordnet. Betroffen sind Flugzeuge der Fluggesellschaften Emirates und Qantas, nachdem an einer kritischen Flügelkomponente Risse entdeckt wurden. Die entsprechende Richtlinie trat am Mittwoch in Kraft.
Konkret wurden die Risse an der Flügelholmstruktur festgestellt – einer Schlüsselkomponente der Tragfläche, die für die strukturelle Stabilität des Flügels verantwortlich ist. Die EASA warnte, dass diese Risse „die strukturelle Integrität der Tragfläche beeinträchtigen könnten". Die Behörde reagierte damit auf Befunde aus bereits durchgeführten Routineinspektionen.
Zwei Gruppen – unterschiedliche Fristen
Die betroffenen Flugzeuge wurden in zwei Gruppen eingeteilt, für die unterschiedliche Inspektionsfristen gelten. Die erste Gruppe umfasst fünf Maschinen, die allesamt von Emirates betrieben werden. Diese müssen sofort einer Sonderinspektion unterzogen werden.
Die zweite Gruppe besteht aus elf Flugzeugen, die ebenfalls zeitnah überprüft werden müssen – jedoch innerhalb von 25 Flugzyklen. Von dieser Gruppe werden zehn Maschinen von Emirates und eine von der australischen Fluggesellschaft Qantas betrieben. Ein Flugzyklus entspricht dabei einem Start- und Landevorgang.
Airbus legt Inspektionsverfahren fest
Laut EASA hat der Flugzeughersteller Airbus selbst festgelegt, dass eine „zusätzliche spezielle Detailinspektion" erforderlich ist. „Um diesem potenziell unsicheren Zustand zu begegnen, hat Airbus festgelegt, dass eine zusätzliche spezielle Detailinspektion durchgeführt werden muss", zitierte die Behörde aus ihrer Richtlinie.
Der Airbus A380 ist das größte in Serie gebaute Passagierflugzeug der Welt und bietet je nach Konfiguration Platz für bis zu 800 Passagiere. Das Doppeldeckerflugzeug wird vor allem auf Langstreckenrouten eingesetzt. Emirates ist mit Abstand der größte Betreiber des Typs weltweit und hat die A380 zum Kernstück seiner Langstreckenflotte gemacht. Auch Qantas setzt das Großraumflugzeug auf wichtigen internationalen Verbindungen ein.
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Zur AktienanalyseDie EASA ist die zuständige Aufsichtsbehörde für die Luftfahrtsicherheit in der Europäischen Union und erteilt verbindliche Anweisungen für Flugzeuge europäischer Hersteller weltweit. Ihre Lufttüchtigkeitsanweisungen müssen von allen Betreibern betroffener Luftfahrzeuge befolgt werden, unabhängig davon, in welchem Land die Airline ihren Sitz hat. Sowohl Emirates (Vereinigte Arabische Emirate) als auch Qantas (Australien) sind damit verpflichtet, die Vorgaben der europäischen Behörde umzusetzen.
Angaben zu möglichen Betriebseinschränkungen oder Streichungen von Flügen während der Inspektionsphase wurden von der EASA bislang nicht gemacht. Ebenso wurden keine Informationen zu den Ursachen der Rissbildung veröffentlicht.


