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E-Patientenakte: Hausärzte kritisieren mangelnde Praxistauglichkeit und fordern Nachbesserungen

Nur 4 von 74 Millionen Versicherten nutzen die digitale Akte aktiv

E-Patientenakte: Hausärzte kritisieren mangelnde Praxistauglichkeit und fordern Nachbesserungen

Die elektronische Patientenakte (ePA) steht massiv in der Kritik. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, fordert dringende Nachbesserungen am seit Jahresbeginn verpflichtenden System. Während andere Länder längst funktionierende digitale Gesundheitsakten etabliert hätten, scheitere Deutschland erneut an der praktischen Umsetzung.

Die Realität in den Arztpraxen sieht ernüchternd aus: Die ePA präsentiert sich als "unsortierte PDF-Sammlung", mit der Mediziner im Praxisalltag kaum arbeiten können. Ärzte müssen sich mühsam durch zahllose Dokumente kämpfen, eine grundlegende Volltextsuche fehlt komplett. Diese mangelnde Funktionalität kostet wertvolle Zeit in ohnehin überlasteten Praxen.

Verschärft wird die Situation durch wiederkehrende technische Probleme. Die Infrastruktur der ePA kämpft mit massiven Störungen und Ausfällen, was den Arbeitsablauf zusätzlich behindert. Für eine flächendeckende digitale Lösung im Gesundheitswesen ist diese Instabilität inakzeptabel.

Komplizierte Registrierung schreckt Patienten ab

Die geringe Nutzung hat auch strukturelle Gründe. Der Registrierungsprozess gilt als "absurd kompliziert", weshalb sich kaum Patienten mit ihrer digitalen Akte beschäftigen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut Bundesgesundheitsministerium nutzen bisher nur 4 von 74 Millionen gesetzlich Versicherten die ePA aktiv.

Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, relevante Gesundheitsdaten wie Befunde und Laborwerte in die ePA einzustellen. Das System soll Patienten lebenslang begleiten und durch besseren Informationsfluss zu qualitativ hochwertigeren Behandlungen führen. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft derzeit eine erhebliche Lücke.

Die Kritik der Hausärzte zeigt: Ohne grundlegende Verbesserungen bei Bedienbarkeit, technischer Stabilität und Nutzerfreundlichkeit droht das Millionenprojekt ePA zum digitalen Rohrkrepierer zu werden. Die Politik ist gefordert, schnell nachzubessern.

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