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E.On-Chef fordert pragmatische Energiepolitik

Birnbaum kritisiert Subventionen und setzt auf Gaskraftwerke zur Sicherung der Energieversorgung

E.On-Chef fordert pragmatische Energiepolitik

E.On-Chef Leonhard Birnbaum hat bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Essen klare Positionen zu verschiedenen aktuellen energiepolitischen Themen bezogen. Während die Bilanz des Konzerns für das Jahr 2024 eine leicht negative Entwicklung zeigte, blieben die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Der Umsatzrückgang von 9,4 Milliarden auf 9 Milliarden Euro bei einem leichten Rückgang des Überschusses auf 2,9 Milliarden Euro wurde jedoch von Birnbaum nicht als besorgniserregend dargestellt. Das Unternehmen plant, in den kommenden Jahren insgesamt 43 Milliarden Euro zu investieren und eine erhöhte Dividende von 55 Cent pro Aktie auszuschütten.

Birnbaum kritisierte vor allem die derzeitige Regulierung im Netzgeschäft und forderte eine höhere Eigenkapitalverzinsung, um privates Kapital anziehen zu können. Ohne eine Verbesserung in diesem Bereich, so der E.On-Chef, könne das Unternehmen seine Investitionspläne nicht weiter ausbauen. Er appellierte an die neue Bundesregierung, eine mutige Reformagenda zu verfolgen und sich verstärkt auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Energiesystems zu konzentrieren. Dabei warnte er vor einer zu hohen Ausweitung des Ausbaus von erneuerbaren Energien, der zu hohen Systemkosten führen könne.

Insbesondere der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen solle ohne Subventionen vorangetrieben werden, da diese auch ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich rentabel seien. Birnbaum betonte, dass der Fokus stärker auf dem tatsächlichen Strombedarf gelegt werden müsse, um unnötige Kosten zu vermeiden. Auch die Pläne der EU-Kommission zur Förderung von Erneuerbaren Energien kritisierte er, da sie seiner Meinung nach nicht entschlossen genug seien und vor allem bürokratische Hürden bestehen blieben, die den Unternehmen das Leben erschwerten.

Ein weiteres Thema, das Birnbaum ansprach, war die Atomkraft. Nachdem Unionspolitiker wie Friedrich Merz ein Moratorium für den Rückbau der letzten deutschen Kernkraftwerke vorgeschlagen hatten, wies Birnbaum diesen Plan entschieden zurück. E.On werde wie geplant die stillgelegten Kernkraftwerke abbauen, ohne sich von politischen Verzögerungen beeinflussen zu lassen. Birnbaum betonte, dass die Diskussion um Kernkraft im Jahr 2025 nicht mehr relevant sei und die Branche vielmehr auf die Förderung von Gaskraftwerken setze, um künftig Energieversorgungslücken zu schließen.

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