E-Auto-Verkäufe weltweit im Januar um 3 Prozent gesunken
China und USA bremsen globalen Elektroauto-Absatz durch Steueränderungen und Subventionskürzungen.

Die weltweiten Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen sind im Januar 2025 um 3 Prozent auf knapp 1,2 Millionen Einheiten zurückgegangen. Hauptverantwortlich für diesen Rückgang sind laut Daten des Beratungsunternehmens Benchmark Mineral Intelligence (BMI) die Einführung einer Kaufsteuer sowie reduzierte Subventionen in China und politische Änderungen in den USA.
Die Zahlen umfassen sowohl batterieelektrische Fahrzeuge als auch Plug-in-Hybride und markieren einen Wendepunkt in der globalen Elektromobilität. Besonders deutlich zeigt sich die Abkühlung auf den beiden größten Märkten: In China sanken die Zulassungen um 20 Prozent auf unter 600.000 Einheiten – der niedrigste Stand seit fast zwei Jahren. In Nordamerika brach der Absatz sogar um 33 Prozent auf etwas mehr als 85.000 Fahrzeuge ein.
Massive Abschreibungen belasten Autohersteller
Die schwierige Marktsituation hat bereits deutliche Spuren in den Bilanzen der Automobilkonzerne hinterlassen. Globale Hersteller mit starker US-Präsenz verbuchten im vergangenen Jahr Abschreibungen in Höhe von rund 55 Milliarden US-Dollar. Unter Präsident Donald Trump haben sich die politischen Rahmenbedingungen verschlechtert, während gleichzeitig in China intensive Preiskämpfe toben.
Viele Konzerne haben ihre Elektromobilitätspläne bereits zurückgeschraubt. Sowohl die Europäische Union als auch China – der weltweit größte E-Auto-Markt – haben zudem ihre Vorschriften zur Förderung der Elektrifizierung gelockert. In Europa zeigt sich ein komplexerer Mix an Fahrzeugtypen, der die Strategie der Hersteller zusätzlich erschwert.
Europa und Schwellenländer als Lichtblicke
Trotz der globalen Abkühlung gibt es auch positive Signale: In Europa stiegen die Neuzulassungen im Januar um 24 Prozent auf über 320.000 Einheiten, allerdings war dies die geringste Wachstumsrate seit Februar 2024. Bemerkenswert ist die Entwicklung im Rest der Welt, wo die Zulassungen um 92 Prozent auf knapp 190.000 Einheiten kletterten – ein Rekordwert.
Dieses starke Wachstum wurde vor allem durch Anreize in Thailand sowie eine dynamische Entwicklung in Südkorea und Brasilien getragen. "Wir beobachten eine wachsende Zahl von Exporten aus China für den E-Auto-Markt", erklärt Charles Lester, Datenmanager bei BMI. "Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird und streben für 2026 ein starkes Jahr bei den Exporten von Elektrofahrzeugen an."
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Zur AktienanalyseHybride gewinnen an Bedeutung
Die Debatte um die richtige Geschwindigkeit der Elektrifizierung spaltet weiterhin die Branche. Während Befürworter die Notwendigkeit zur Senkung klimaschädlicher CO2-Emissionen betonen, warnen Automobilhersteller vor einem zu schnellen Übergang, der Arbeitsplätze und Gewinne gefährde.
Als Kompromiss zwischen batterieelektrischen Antrieben und Verbrennungsmotoren erfreuen sich Hybridfahrzeuge wachsender Beliebtheit bei Käufern. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass insbesondere "Mild-Hybrid"-Fahrzeuge, die überwiegend herkömmliche Kraftstoffe nutzen, nur begrenzt zur Emissionsreduktion beitragen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der globale E-Auto-Markt stabilisieren kann oder ob weitere Anpassungen bei Förderungen und Regulierungen notwendig werden.


