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Dubai führt Gold-Tageskontrakt ein und stärkt Edelmetallmarkt

Die Rohstoffbörse in Dubai startet einen Goldkontrakt mit Abwicklung am selben Tag – für mehr Liquidität und Effizienz.

Dubai führt Gold-Tageskontrakt ein und stärkt Edelmetallmarkt

Die Dubai Gold and Commodities Exchange (DGCX) führt ab Montag einen Goldkontrakt mit Abwicklung am selben Tag (T+0) ein. Das gab der CEO des Mutterkonzerns Dubai Multi Commodities Centre (DMCC), Ahmed Bin Sulayem, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bekannt. Ziel ist es, die gestiegene Nachfrage nach sicheren Häfen zu nutzen und die Liquidität am Edelmetallmarkt des Emirats zu steigern.

Der neue Gold-Spot-T+0-Kontrakt richtet sich an Edelmetallhändler, Raffinerien, Broker, Clearing-Mitglieder und institutionelle Marktteilnehmer. Er bietet eine verbesserte Preissicherheit sowie die Möglichkeit zur physischen Lieferung über zugelassene Tresore. Damit schließt Dubai eine Lücke, die an den globalen Märkten für Goldderivate bislang nur begrenzt adressiert wurde.

Schnellere Abwicklung als globaler Trend

„Vor mehr als zehn Jahren waren T+1 oder T+2 noch große Themen, aber heute spricht der gesamte Börsenmarkt über schnellere Abwicklungen und bessere Technologien", erklärte Bin Sulayem in einem Interview. Tatsächlich modernisieren Börsen und Clearinghäuser weltweit ihre Systeme, um das Kontrahentenrisiko zu senken und Kapital schneller freizusetzen. Ein T+0-Kontrakt ermöglicht es Raffinerien, Händlern und Juwelieren, Positionen sofort abzusichern und abzuwickeln – eine Option, die bisher kaum verfügbar war.

„Es würde dem Goldmarkt dienen und ihm eine bessere Alternative bieten als das, was heute verfügbar ist", so Bin Sulayem. Die kürzeren Abwicklungszyklen spiegeln laut DGCX breitere Marktveränderungen in Richtung Geschwindigkeit und Effizienz wider. Für professionelle Marktteilnehmer bedeutet das konkret: weniger gebundenes Kapital und geringere Risiken im täglichen Handel.

Geopolitische Spannungen treiben Goldnachfrage an

Die Einführung des neuen Kontrakts fällt in eine Phase erhöhter geopolitischer Unsicherheit. Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben das Handelsvolumen bei Gold zuletzt deutlich ansteigen lassen, da Anleger weltweit Zuflucht in dem Edelmetall suchen. „Wir haben in den ersten zwei bis drei Wochen des Krieges festgestellt, dass das Volumen der Goldkontrakte an der DGCX gestiegen ist", bestätigte Bin Sulayem.

Obwohl die Goldpreise von ihren Rekordhochs zurückgegangen sind, stützen wachsende Haushaltsdefizite und anhaltende Käufe der Zentralbanken weltweit das langfristige Investitionsszenario für das Edelmetall. Bin Sulayem betonte zudem die Widerstandsfähigkeit des Handels gegenüber Krisen: „Es ist eine Tatsache, dass der Tourismus und der Immobiliensektor beeinträchtigt werden, aber nicht der Handel. Solange die Flughäfen in Betrieb sind, sind die Händler da."

Dubai als globales Goldhandelszentrum

Dubai positioniert sich seit Langem als wichtiges Bindeglied im globalen Goldhandel. Das Emirat verbindet die Goldströme zwischen Afrika, Asien und Europa – unterstützt durch seine logistische Infrastruktur, ein vorteilhaftes steuerliches Rahmenwerk und die geografische Nähe zu bedeutenden Absatzmärkten wie Indien.

Der neue Goldkontrakt ist Teil einer breiteren Produktstrategie der Börse. Neben dem T+0-Kontrakt prüft die DGCX auch neue Währungspaare und digitale Vermögenswerte. „Wir prüfen Krypto-Derivate, aber nicht kurzfristig. Das könnte mittel- oder langfristig der Fall sein", sagte Bin Sulayem. Als nächstes Währungspaar strebt die Börse die Notierung von Yuan-Dollar an – ein Schritt, der die wachsende Bedeutung des chinesischen Renminbi im globalen Rohstoffhandel widerspiegelt.

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