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DTCC testet tokenisierte Märkte mit JPMorgan, Goldman und BlackRock

Die Wall-Street-Clearingstelle DTCC führt mit über 25 Branchengrößen einen konkreten Praxistest zur Tokenisierung von Wertpapieren durch.

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DTCC testet tokenisierte Märkte mit JPMorgan, Goldman und BlackRock

Die Depository Trust and Clearing Corporation (DTCC) hat am Mittwoch eine Reihe von Finanztransaktionen mit tokenisierten Vermögenswerten durchgeführt. An der eintägigen Veranstaltung nahmen mehr als 25 Unternehmen aus der traditionellen Finanzbranche und dem Sektor für digitale Vermögenswerte teil. Zuerst hatte das Wall Street Journal über die Initiative berichtet.

Den Auftakt machte JPMorgan, das den Invesco QQQ Trust (QQQ) in einen tokenisierten Vermögenswert umwandelte. Zu den weiteren teilnehmenden Unternehmen zählen Goldman Sachs, BlackRock, Vanguard und die New York Stock Exchange, wie ein DTCC-Sprecher bestätigte. Die Beteiligung dieser Schwergewichte unterstreicht das wachsende Interesse der etablierten Finanzwelt an der Blockchain-Technologie.

Was bedeutet Tokenisierung?

Tokenisierung bezeichnet den Prozess der Ausgabe digitaler Repräsentationen von börsengehandelten Wertpapieren, realen Vermögenswerten oder anderen Wertformen auf einem Blockchain-Netzwerk. Zu den häufig genannten Vorteilen dieser Technologie gehören geringere Kosten, schnellere Abwicklungszeiten und eine größere Transparenz über Eigentumsverhältnisse und Performance. Darüber hinaus ermöglicht sie programmierbare Bedingungen sowie eine verbesserte Zugänglichkeit für Privatanleger und eine globale Reichweite.

Die DTCC ist die zentrale Nachhandelsorganisation im US-Finanzsystem und verarbeitet, wickelt ab und verwahrt den Großteil aller amerikanischen Aktien- und Anleihetransaktionen. Ihre Tochtergesellschaften verarbeiteten im vergangenen Jahr Wertpapiertransaktionen im Wert von 4,7 Billiarden US-Dollar. Damit ist die DTCC eine der systemrelevantesten Institutionen der globalen Finanzinfrastruktur.

Konkrete Wertpapiere im Testlauf

Im Rahmen der Demonstration wurden Aktien und Fonds aus verschiedenen Anlageklassen tokenisiert. Dazu gehörten unter anderem:

  • Aktien von Microsoft und der Circle Internet Group
  • Invesco QQQ Trust (QQQ)
  • State Street SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY)
  • iShares 0-3 Month Treasury Bond ETF (SGOV)
  • US-Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten

Die Veranstaltung soll demonstrieren, wie tokenisierte Vermögenswerte in den Bereichen Sicherheiten, Repos, Aktien, Margin und Asset-Transfers unter Nutzung der bestehenden Finanzinfrastruktur funktionieren können.

Reaktion auf den Druck aus der Kryptoindustrie

Die Finanzbranche debattiert seit Jahren über die Tokenisierung, ohne dass es bislang zu einer flächendeckenden Umsetzung gekommen ist. In dieser Zeit sind konkurrierende Tokenisierungsspezialisten aus der Kryptoindustrie wie Ondo und Securitize auf den Plan getreten. Diese Unternehmen bedrohen die etablierte Clearing-Infrastruktur durch hochkarätige Partnerschaften mit Branchenriesen wie BlackRock.

Der Testlauf der DTCC ist ein konkreter Schritt in Richtung einer breiteren Einführung, auch wenn es sich noch um eine frühe Phase handelt. Für deutsche Privatanleger und institutionelle Investoren ist diese Entwicklung von Bedeutung: Sollte die Tokenisierung von Wertpapieren Einzug in die globale Finanzinfrastruktur halten, könnten sich Abwicklungszeiten und Kosten auch für europäische Marktteilnehmer spürbar verändern. Die Initiative der DTCC zeigt, dass die etablierten Finanzinstitutionen den Wettbewerb mit den Krypto-Newcomern aktiv annehmen.

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