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Drohnenangriffe und Sommernachfrage treiben Ölpreise

Kurdistans Ausfälle halbieren Förderung – globale Lagerbestände sinken, Nachfrage in Asien steigt

Drohnenangriffe und Sommernachfrage treiben Ölpreise

Ölpreise haben am Freitag ihre Gewinne ausgeweitet, gestützt durch Angebotsausfälle infolge von Drohnenangriffen auf Ölfelder im Norden des Irak sowie durch eine insgesamt angespannte Marktlage inmitten starker saisonaler Nachfrage. Die Sorte Brent verteuerte sich im frühen Handel um 29 Cent beziehungsweise 0,40 Prozent auf 69,81 US-Dollar pro Barrel. Das US-amerikanische Pendant West Texas Intermediate (WTI) legte um 27 Cent oder 0,42 Prozent auf 67,81 Dollar zu.

Beide Kontrakte hatten bereits am Donnerstag um jeweils einen Dollar zugelegt, nachdem durch eine Serie von Angriffen auf Ölanlagen in der autonomen Region Kurdistan rund die Hälfte der dortigen Fördermenge ausgefallen war. Der tägliche Ausstoß sei nach Angaben von zwei Energiemitarbeitern von etwa 280.000 Barrel auf lediglich 140.000 bis 150.000 Barrel gesunken. Als mutmaßlich verantwortlich für die Angriffe werden von iranischen Kräften unterstützte Milizen genannt. Eine offizielle Bekennerschaft gibt es bislang nicht.

Ungeachtet der Anschläge kündigte die irakische Zentralregierung am Donnerstag an, dass die Exporte aus dem kurdischen Teil des Landes über eine Pipeline in die Türkei nach einer zweijährigen Unterbrechung wieder aufgenommen werden sollen. Der Zeitpunkt eines konkreten Neustarts blieb jedoch offen.

Die aktuelle Angebotslage bleibt laut Marktbeobachtern angespannt, wird jedoch durch eine robuste Nachfrage gestützt. In den ersten beiden Juliwochen lag der weltweite Ölverbrauch bei durchschnittlich 105,2 Millionen Barrel pro Tag, ein Anstieg um 600.000 Barrel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies entsprach weitgehend den Erwartungen, wie Analysten von JPMorgan mitteilten.

Besonders in Asien zog die Nachfrage spürbar an, da Raffinerien nach Wartungsarbeiten wieder ihren Betrieb aufnahmen. Auch in den USA zeigte sich eine lebhafte Nachfrage. Die Rohöllagerbestände dort gingen zuletzt stärker als erwartet zurück, was teilweise auf gestiegene Exporte zurückzuführen war.

Trotz der aktuellen Preissteigerungen steuern Brent und WTI auf ein leichtes Wochenminus von über einem Prozent zu. Marktanalysten sehen den Ölmarkt kurzfristig weiter als vergleichsweise knapp versorgt. Erst im letzten Quartal des Jahres wird mit einer besseren Angebotslage gerechnet, insbesondere wenn die großen Förderländer ihre Produktionskürzungen wie geplant zurücknehmen.

Zusätzliche Unsicherheit geht derzeit von der noch ungeklärten US-Handelspolitik aus. Eine Entscheidung über mögliche neue Zölle wird frühestens nach dem 1. August erwartet. Bis dahin bleibt die Marktstimmung volatil.

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