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Drohnenangriffe nach US-Pause: Iran testet Trumps Strategie im Nahen Osten

Zwei Tage nach dem abrupten US-Bombardierungsstopp melden Saudi-Arabien, Jordanien und der Irak neue Drohnenangriffe.

Drohnenangriffe nach US-Pause: Iran testet Trumps Strategie im Nahen Osten

Saudi-Arabien, Jordanien und der Irak haben am Montag Drohnenangriffe gemeldet – nur zwei Tage nachdem die Vereinigten Staaten eine zweiwöchige Serie von Luftangriffen gegen den Iran abrupt ausgesetzt hatten. Teheran scheint die jüngste strategische Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump damit unmittelbar auf die Probe zu stellen.

Saudi-Arabien gab an, Drohnen abgeschossen zu haben, die auf Ölziele gerichtet waren – darunter Angriffsziele in der Ostprovinz sowie in der Hauptstadt Riad. Das Königreich erklärte, die Drohnen seien vom Irak aus durch pro-iranische Milizen gestartet worden, und behielt sich das Recht auf eine Reaktion ausdrücklich vor.

Unabhängig davon erklärten die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen, sie hätten Transitstationen angegriffen, die Öl zum wichtigsten saudi-arabischen Ölhafen Yanbu am Roten Meer transportieren. Als Begründung nannten sie angebliche saudi-arabische Drohnenübergriffe in den jemenitischen Luftraum. Jordanien meldete zudem den Abschuss von zwei Drohnen, und irakische Sicherheitskreise berichteten von Angriffen auf Lager iranischer kurdischer Oppositionskräfte im Nordirak.

Ölpreise brechen nach US-Bombardierungsstopp ein

Das abrupte Ende der US-Luftkampagne hat die Ölmärkte stark bewegt. Die Nordseesorte Brent, die in der vergangenen Woche erstmals seit Mai kurzzeitig über 100 US-Dollar pro Barrel notiert hatte, fiel am Montag um rund 6,5 Prozent auf knapp über 90 Dollar – nachdem sie zwischenzeitlich sogar Tiefststände von 87,55 Dollar erreicht hatte.

Trump hatte am Wochenende ohne vorherige Ankündigung eine Kampagne von 13 aufeinanderfolgenden Nächten mit sich intensivierenden Bombardierungen gestoppt. Laut einem US-Beamten und mehreren US-Medienberichten spiegelte diese Entscheidung den Rat seines Militärs wider. Die Militärbefehlshaber hätten dem Präsidenten mitgeteilt, dass ihnen die Ziele ausgingen. Der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, General Dan Caine, habe sich zudem besorgt über die Erschöpfung der Bestände an Luftabwehrmunition geäußert.

US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, erklärte am Sonntag, Trump habe die Kampagne unterbrochen, um Raum für Verhandlungen zu schaffen. Trump, Außenminister Marco Rubio und andere US-Beamte hatten den Iran zuletzt als jemanden beschrieben, der „um ein Abkommen bettelt".

Iran weist Verhandlungsbereitschaft zurück

Teheran widerspricht dieser Darstellung entschieden. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, sagte am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, der Iran habe nicht um eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den USA gebeten. „Berichte über iranische Bitten um Verhandlungen mit den USA sind erfunden", sagte Baghaei. „Dies liegt nicht in unserer DNA."

Zwar würden weiterhin Nachrichten über Vermittler zwischen den Seiten ausgetauscht und der Iran habe der Diplomatie nicht abgeschworen – eine aktive Bitte um Gespräche wies Teheran jedoch klar zurück. Der Iran erklärte außerdem, seine eigenen Angriffe so lange einzustellen, wie der von Trump selbst auferlegte Waffenstillstand andauert.

Straße von Hormus bleibt zentraler Streitpunkt

Teheran signalisierte zudem, dass es weiterhin die Kontrolle über die strategisch bedeutsame Straße von Hormus ausübt. Mehrere iranische Staatsmedien zitierten eine „informierte Quelle" mit der Aussage, der Iran habe am Montagmorgen sechs „fehlbare Schiffe" abgewiesen, die versucht hatten, die Meerenge ohne Erlaubnis zu durchqueren. Eines der Schiffe habe dabei „einen Unfall" gehabt.

Der Kern des Konflikts liegt in der Frage, wer die Durchfahrtsroute durch die Meerenge kontrolliert. Die USA hatten Schiffen angewiesen, nahe der Küste von Oman zu segeln. Der Iran besteht darauf, dass Schiffe nur durch einen Kanal fahren dürfen, der näher an seiner eigenen Küste verläuft – und auf dem er Transitgebühren erheben will.

Washington und Teheran hatten im Juni eine Einigung über einen Rahmen für Gespräche erzielt, die bis Ende August stattfinden sollten, um unter anderem das iranische Atomprogramm zu klären. Die Seiten streiten jedoch über die Auslegung des Wortlauts des Memorandums bezüglich der Straße von Hormus. Während Washington auf freier Durchfahrt besteht, sieht Teheran darin eine Befugnis zur Überwachung des Transits.

Die zweiwöchige US-Bombardierungskampagne hatte zahlreiche Menschen im Iran getötet sowie Brücken, Tunnel und militärische Ziele im Süden des Landes zerstört. Vier US-Soldaten wurden durch iranisches Gegenfeuer auf US-Stützpunkte in benachbarten arabischen Staaten getötet. Der Iran griff zudem zivile Infrastruktur in Golfstaaten an – als Vergeltung für US-Angriffe auf zivile Ziele, wie Teheran erklärte. Der Stopp der US-Kampagne lässt bislang keine klaren Anzeichen erkennen, welches Druckmittel Washington künftig einsetzen kann, um den Griff des Irans auf die Meerenge zu brechen.

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