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Droege Group verliert zwei Tochterunternehmen

Fokus auf größere Firmen nach Insolvenzen bei Pötschke und Westfalia

Droege Group verliert zwei Tochterunternehmen

Die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft Droege sieht sich mit einer Reihe von Insolvenzen ihrer Tochterunternehmen konfrontiert. Nach der Weltbild-Gruppe, die im vergangenen Jahr zahlungsunfähig wurde, haben nun auch die Gärtner Pötschke GmbH und die Westfalia Werkzeug Commerce GmbH Insolvenz angemeldet. Beide Unternehmen sind Teil des von Walter Droege gegründeten Beratungs- und Investmentunternehmens, das trotz zuletzt steigenden Vermögens des Eigentümers mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpft.

Die Pleiten der beiden mittelständischen Firmen sind laut Unternehmenssprecherin vor allem auf veränderte Marktbedingungen zurückzuführen. Ein sinkendes Nachfrageniveau, zunehmende Kaufzurückhaltung und ein verschärfter Wettbewerb durch große Online- und stationäre Händler mit breiten Sortimenten sowie Same-Day-Delivery-Angeboten hätten den Druck auf kleinere Anbieter wie Gärtner Pötschke und Westfalia deutlich erhöht. Zudem belasteten gestiegene Kundenansprüche – etwa durch kostenlose Rücksendungen und flexible Zahlungsarten – die wirtschaftliche Stabilität der Firmen. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht gelungen, die Kostenstruktur dauerhaft an die geringere Nachfrage anzupassen.

Westfalia wurde im Rahmen des Insolvenzverfahrens vorläufig durch Markus Wischemeyer von der Kanzlei White & Case betreut, für Gärtner Pötschke wurde Christian Holzmann von Brinkmann & Partner als Insolvenzverwalter eingesetzt. Zusammen beschäftigen die beiden Unternehmen etwa 130 Mitarbeiter. Für Droege stellen diese Beteiligungen nur Randengagements dar, deutlich wichtiger ist für die Gruppe der börsennotierte Schweizer IT-Großhändler ALSO Holding, bei dem die Mehrheit gehalten wird.

Die Insolvenz der Weltbild-Gruppe hatte bereits 2024 für Aufsehen gesorgt. Der Buchhändler war 2014 von Droege übernommen und in die WBD2C-Handelsgruppe eingegliedert worden, die mehrere Marken umfasst und zuletzt rund 500 Millionen Euro Umsatz erzielte. Externe Krisen, Lieferkettenstörungen sowie Kostensteigerungen wurden als Hauptursachen für die Insolvenz genannt. Hinzu kamen aggressive Wettbewerber aus dem asiatischen Raum. Auch interne Probleme wie Missmanagement wurden von Insidern berichtet. Trotz intensiver Verkaufsbemühungen ließ sich kein Investor finden, der den Geschäftsbetrieb in Gänze oder Teilen übernehmen wollte.

Gärtner Pötschke war nach der Abwicklung von Weltbild im Zuge einer übertragenden Sanierung wieder an die Droege Group zurückgegeben worden, die auch Eigentümerin der Betriebsimmobilie am Stammsitz in Kaarst ist. Die Mitarbeiter wurden damals übernommen. Wenige Monate später jedoch folgte nun die erneute Insolvenz des Pflanzanbieters. Die Droege Group schließt zwar ein weiteres Engagement im Einzelhandel nicht aus, will sich aber künftig auf größere Unternehmen konzentrieren und keine kleineren, angeschlagenen Anbieter mehr übernehmen. Die Gründe für diese strategische Neuausrichtung wurden nicht weiter erläutert.

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