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Drei übersehene Aktien, die Nebius nach oben folgen könnten

Nebius hat sich als führende Neocloud-Aktie etabliert – diese drei Titel könnten als nächste profitieren.

Drei übersehene Aktien, die Nebius nach oben folgen könnten

Nebius (NBIS) hat sich in diesem Jahr als klarer Gewinner im Neocloud-Segment positioniert. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt und damit sogar CoreWeave (CRWV) bei der gesamten Marktkapitalisierung überholt. Während Nebius noch dabei ist, Umsätze aus lukrativen langfristigen Verträgen zu realisieren, rücken drei weitgehend übersehene Aktien ins Blickfeld, die ähnliches Potenzial besitzen könnten.

Netlist: Mehr als nur ein juristisches Lotterielos

Netlist (NLST) ist zwar keine klassische Neocloud, verfügt aber über ein umfangreiches Portfolio an geistigem Eigentum, das für den Aufbau der KI-Infrastruktur entscheidend ist. Mehrere Technologiegiganten haben die patentierten Technologien von Netlist ohne Erlaubnis genutzt – was erhebliches Potenzial für künftige Lizenzeinnahmen schafft. SK Hynix hatte bereits 2021, noch vor dem Boom bei Speicherchips, einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet.

Der entscheidende Durchbruch gelang Netlist jedoch diese Woche: Das Unternehmen gab einen Fünfjahresvertrag mit Samsung bekannt. Dieser beinhaltet eine Vorab-Lizenzgebühr von 239 Millionen US-Dollar sowie vierteljährliche Lizenzgebühren von bis zu 32,9 Millionen US-Dollar über die nächsten fünf Jahre. Im Rahmen des Deals erwarb Samsung zudem 10 Millionen Aktien von Netlist.

Netlist weist derzeit lediglich eine Marktkapitalisierung von 1,4 Milliarden US-Dollar auf – gemessen an den potenziellen Einnahmen eine vergleichsweise bescheidene Bewertung. Zusätzlich steht Micron (MU) wegen Verletzung von Netlist-Patenten mit 445 Millionen US-Dollar in der Kreide. Micron wehrt sich noch gerichtlich, doch der Samsung-Deal schwächt diese Verteidigungsposition erheblich. Darüber hinaus erzielte Netlist im zweiten Quartal einen Umsatz von 109,8 Millionen US-Dollar – ein Plus von 163 Prozent gegenüber dem Vorjahr –, was zeigt, dass das Unternehmen auch jenseits der Lizenzeinnahmen über echte operative Stärke verfügt.

Cipher Digital: Co-Location als günstigeres Neocloud-Modell

Cipher Digital (CIFR) ist technisch gesehen keine Neocloud, aber ein enger Konkurrent von Nebius. Das Unternehmen baut KI-Rechenzentren inklusive Stromversorgung, verlangt jedoch von seinen Kunden, eigene Chips mitzubringen. Dieses sogenannte Co-Location-Modell ist in der Einrichtung deutlich kostengünstiger, da Cipher Digital nicht in KI-Chips oder einen Software-Stack investieren muss.

Das Modell zahlt sich bereits aus: In einem Geschäftsupdate zum zweiten Quartal gab Cipher Digital bekannt, dass sein 300-Megawatt-Standort „Black Pearl" einen Teil seiner Rechenzentrumskapazität an Amazon (AMZN) liefert. Die Vereinnahmung von Mietzahlungen beginnt in diesem Monat, was eine deutliche Umsatzbeschleunigung einleiten dürfte. Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen eine Option für einen 900-Megawatt-Standort in der Nähe von San Antonio, Texas – ein klares Signal für den rasanten Ausbau der Gigawatt-Pipeline.

Mehr Gigawatt bedeuten direkt höhere jährlich wiederkehrende Umsätze, sobald die Anlagen fertiggestellt sind. Cipher Digital richtet sich dabei besonders an Kunden, die eigene maßgeschneiderte Chips einsetzen möchten, anstatt ausschließlich auf Nvidia-Hardware (NVDA) zu setzen.

Hut 8: Hybridmodell mit fast einer Gigawatt gesicherter Kapazität

Hut 8 (HUT) kombiniert Neocloud- und Co-Location-Rechenzentren und bietet damit mehr Flexibilität für Hyperscaler-Mieter. Das Unternehmen hat sich eine vertraglich vereinbarte IT-Kapazität von 949 Megawatt gesichert. Nach Fertigstellung der Standorte soll daraus ein Nettobetriebsergebnis von 1,75 Milliarden US-Dollar entstehen. Der Basisvertragswert beläuft sich auf rund 26,6 Milliarden US-Dollar.

Der Standort Beacon Point ist bereits vollständig kommerzialisiert – im Rahmen von zwei IT-Leasingverträgen über 352 Megawatt. Dies zeigt, dass Hut 8 unmittelbar bei Eröffnung seiner Standorte Umsätze generieren kann. Diese Nachfragestärke verschafft dem Unternehmen ein stabiles Basis-Betriebsergebnis und ermöglicht es, bei künftigen Mietverträgen höhere Preise durchzusetzen.

Anleger haben die Chance bereits erkannt: Die Hut-8-Aktie ist seit Jahresbeginn um rund 80 Prozent gestiegen. Angesichts der weiter wachsenden Nachfrage nach KI-Rechenleistung könnten weitere Kursgewinne bevorstehen. Alle drei Titel – Netlist, Cipher Digital und Hut 8 – bieten unterschiedliche Wege, um vom KI-Infrastrukturboom zu profitieren, und könnten für risikobewusste Anleger eine genauere Betrachtung wert sein.

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