Drei S&P-500-Industrieaktien mit bis zu 42% Kursrückgang jetzt kaufen
Copart, Rollins und Otis sind stark gefallen – und bieten Bewertungen, die es nur einmal im Jahrzehnt gibt.

Während Anleger weltweit ihren Blick auf Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Rechenzentren und Quantencomputing richten, geraten solide Industrieunternehmen zunehmend in Vergessenheit. Genau diese Vernachlässigung schafft jedoch seltene Einstiegschancen. Drei führende S&P-500-Unternehmen aus dem Industriesektor – Copart, Rollins und Otis – notieren derzeit 29 bis 42 Prozent unter ihren jeweiligen 52-Wochen-Hochs und werden zu Bewertungen gehandelt, die Analysten als „einmal im Jahrzehnt"-Gelegenheiten bezeichnen.
Die drei Unternehmen eint ein gemeinsames Merkmal: Sie sind unangefochtene Marktführer in ihren Nischen, verfügen über robuste Geschäftsmodelle und wurden zuletzt von kurzfristigen, lösbaren Problemen belastet – nicht von strukturellen Schwächen.
Copart: 42% unter dem 52-Wochen-Hoch
Copart (CPRT) ist die führende Online-Auktionsplattform für Unfallfahrzeuge und betreibt 250 Verwertungsplätze in Nordamerika sowie insgesamt 11 Ländern. Das Geschäftsmodell ist simpel, aber wirkungsvoll: Kfz-Versicherer verkaufen Fahrzeuge mit Totalschaden über Coparts Plattformen an Demontagebetriebe, Exporteure, Recycler und die breite Öffentlichkeit. Seit 1994 hat sich die Copart-Aktie ver-185-facht – ein eindrucksvoller Beleg für die Beständigkeit dieses Geschäftsmodells.
Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil des Unternehmens ist die sogenannte NIMBY-Mentalität (Not-in-my-backyard): Gemeinden leisten in der Regel erheblichen Widerstand gegen neue Schrottplätze in ihrer Nachbarschaft. Das schützt Coparts bestehende Standorte und macht es für Wettbewerber schwer, neue Kapazitäten aufzubauen. Zuletzt belasteten jedoch zwei Faktoren den Kurs: Zum einen hatte das Unternehmen Mühe, an die außergewöhnlich starken Umsatzjahre 2024 und 2025 anzuknüpfen, die durch ungewöhnlich starke Hurrikane und damit verbundene Totalschäden begünstigt wurden. Zum anderen überraschte ein Führungswechsel den Markt, bei dem Jay Adair in die CEO-Rolle zurückkehrte.
Langfristig spricht ein starker struktureller Treiber für Copart: Moderne Fahrzeuge werden durch immer komplexere Technologie immer teurer in der Reparatur, was die Totalschaden-Quoten der Versicherer stetig steigen lässt. Mit einem aktuellen Kurs-Cashflow-Verhältnis von 21 – dem niedrigsten Stand seit 2017 – erscheint die Aktie historisch günstig bewertet.
Rollins: 35% unter dem 52-Wochen-Hoch
Rollins (ROL) ist der führende Anbieter von Schädlingsbekämpfungsdiensten in Nordamerika und hat sich seit 1990 ver-106-facht. Das Unternehmen profitiert von unverzichtbaren Dienstleistungen, starker Preismacht und einer erfolgreichen Akquisitionsstrategie in einem stark fragmentierten Markt. Doch ein Urteil der US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) hat die Aktie zuletzt unter Druck gesetzt: Rollins darf seinen Technikern künftig keine Wettbewerbsverbote mehr auferlegen, da die FTC argumentierte, diese würden Mitarbeiter unzulässig an das Unternehmen binden.
Der Markt reagierte negativ, und die Rollins-Aktie verlor im vergangenen Jahr rund 35 Prozent. Kurzfristig könnten Abgänge von Technikern das Unternehmen belasten. Langfristig jedoch dürfte Rollins seine immense Größe ausspielen und die Beziehung zu seinen Mitarbeitern neu gestalten. Entscheidend ist die nahezu unelastische Nachfrage nach Schädlingsbekämpfung: Restaurants können sich keinen Schädlingsbefall leisten, Hausbesitzer müssen Termiten bekämpfen. Ob ein Einsatz 500 oder 550 Dollar kostet, spielt für die Kunden kaum eine Rolle.
Etwaige Zugeständnisse an Techniker sollte Rollins über seine Preismacht langfristig wieder kompensieren können. Mit dem 33-Fachen des freien Cashflows ist die Aktie so günstig bewertet wie zuletzt 2015 – ein klassisches Contrarian-Investment für geduldige Anleger.
Otis: 29% unter dem 52-Wochen-Hoch
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Zur AktienanalyseOtis Worldwide (OTIS) ist der weltweit größte Hersteller, Installateur sowie Reparatur- und Wartungsbetrieb für Aufzüge. Seit dem Börsengang im Jahr 2020 erzielte die Aktie trotz des jüngsten Rückgangs von 29 Prozent eine jährliche Gesamtrendite von 9 Prozent. Aktuell kämpft Otis mit einer Verlangsamung der Aufzugsinstallationen in China sowie temporären Problemen, die die Margen im Service- und Wartungsgeschäft belasten.
Das Management zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass die Margen bis Jahresende wieder ihr früheres Niveau erreichen werden. Wichtig für Anleger: Das eigentliche Kerngeschäft von Otis ist nicht die Installation neuer Aufzüge, sondern deren Wartung. Das Service-Segment macht zwei Drittel des Umsatzes und 94 Prozent des operativen Gewinns aus. Da Aufzugswartungen gesetzlich vorgeschrieben sind, ist dieses Geschäft kaum konjunkturabhängig.
Otis ist damit bestens positioniert, über Jahrzehnte hinweg versorgerähnliche, stabile Renditen zu erzielen – ergänzt durch Wachstumspotenzial aus der Modernisierung veralteter Anlagen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 und dem 17-Fachen des freien Cashflows – dem niedrigsten Stand seit dem Börsengang 2020 – ist die Aktie moderat bewertet. Zusätzlich bietet Otis eine solide Dividendenrendite von 2,4 Prozent, was die Aktie besonders für langfristig orientierte Buy-and-Hold-Anleger attraktiv macht.

