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Drei Profi-Strategien: JPMorgan setzt auf China, KI und Gilts

Experten aus Singapur und London präsentieren aktuelle Anlagestrategien für volatile Märkte – von britischen Staatsanleihen bis KI-Infrastruktur.

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Drei Profi-Strategien: JPMorgan setzt auf China, KI und Gilts

Die Nasdaq startete am Mittwoch leicht im Plus, getragen von Technologiewerten, die ihren jüngsten Aufschwung im Zuge des KI-Booms fortsetzen. Gleichzeitig beobachten Anleger gespannt die Entwicklungen rund um den China-Besuch von US-Präsident Donald Trump sowie die anhaltenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. In diesem Umfeld präsentierten drei Experten in den CNBC-Studios in Singapur und London ihre aktuellen Anlagestrategien.

Short-Positionen in britischen Staatsanleihen

Jordan Rochester, Leiter der FICC-Strategie EMEA bei der Mizuho Bank, setzt derzeit auf fallende Kurse bei britischen Staatsanleihen – sogenannten Gilts. Diese Short-Position hält er nach eigenen Angaben bereits seit Beginn des Iran-Krieges. „Großbritannien sticht als eines der am stärksten vom kommenden Inflationsschock betroffenen Länder hervor, und ich denke, die Bank of England könnte aggressiver vorgehen, als es derzeit eingepreist ist", erklärte Rochester gegenüber CNBC.

Rochester räumt ein, dass es schwierig sei, britische Zinssätze zu halten, da er die Bank of England als zögerlich gegenüber Zinserhöhungen im Juni einschätzt. Er ist jedoch überzeugt, dass diese letztlich kommen werden. „Wenn wir weiterhin über die Straße von Hormus sprechen, werden Zentralbanken wie die EZB und die Bank of England handeln, was zu einem anhaltenden Zinsausverkauf führen wird", so Rochester. Für deutsche Anleger ist diese Einschätzung relevant, da sie auch Implikationen für die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank haben könnte.

JPMorgan sieht Chancen in China

Alexander Treves, Leiter der APAC Equity Investment Specialists bei J.P. Morgan Asset Management, sprach über die Attraktivität des chinesischen Marktes. Er erklärte gegenüber CNBC, dass vieles von dem, was derzeit im Nahen Osten geschehe, gut für China sei. Viele seiner Kunden seien bereits gut in US-Aktien positioniert – seinen „nächsten Dollar" würde er jedoch „an der Margin" in China investieren.

Treves betonte dabei einen selektiven Ansatz: „Die USA verfügen über Bereiche enormer Stärke, wie die gesamte KI-Industrie, haben aber auch problematischere Bereiche – und in China ist es genau dasselbe. Deshalb wählt man als Portfolio-Investor natürlich gezielt aus, worin man investiert. Man investiert nicht einfach in China, sondern in einzelne Unternehmen, die von diesen Stärkebereichen profitieren sollten." Diese differenzierte Sichtweise ist besonders für deutsche Privatanleger interessant, die China-Exposure über gezielte Einzeltitel oder thematische Fonds aufbauen möchten.

KI-Monetarisierung als Investmentthema

Anastasia Amoroso, Chef-Anlagestrategin für Private Wealth bei Partners Group, zeigte sich optimistisch für den KI-Sektor. Sie betonte, dass Unternehmen die Einführung der Technologie nun aktiv monetarisieren – ein entscheidender Schritt hin zu realem wirtschaftlichem Mehrwert. Anleger müssten darüber nachdenken, wie sie Chancen nutzen und gleichzeitig ihre Portfolios zukunftssicher machen können.

Als konkreten Investitionsschwerpunkt nannte Amoroso Rechenzentren, darunter die Beteiligung der Partners Group an Digital Halo in Singapur. „Der andere Teil dreht sich um Energie, und so nähert man sich dem KI-Thema wirklich an. Wir brauchen Energie, wo immer wir sie bekommen können, und wir investieren weltweit darin. Und natürlich betrifft es die gesamte Tech-Lieferkette, von Halbleitern bis hin zu Servern", so Amoroso.

Beim Thema Software hingegen ist die Partners Group vorsichtig. Amoroso begründete dies damit, dass dieser Bereich aus einer sogenannten „Burggraben-Perspektive" – also hinsichtlich nachhaltiger Wettbewerbsvorteile – nicht besonders stark aufgestellt sei. Für Anleger, die das KI-Thema spielen möchten, legen die drei Strategien nahe: Infrastruktur, Energie und selektive Einzeltitelauswahl stehen im Vordergrund – während breite Indexinvestments allein möglicherweise nicht ausreichen.

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