Drei Mythen über Indexfonds, die Anleger kennen sollten
Indexfonds gelten als sichere und einfache Anlage – doch weit verbreitete Irrtümer können Ihre Investmentstrategie ernsthaft gefährden.

Indexfonds erfreuen sich bei Privatanlegern weltweit großer Beliebtheit. Sie bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Marktindex nach – etwa des S&P 500 – und bündeln dafür Kapital von mehreren Anlegern, um ein diversifiziertes Portfolio zu erwerben. Als passive Anlageform bieten sie in der Regel deutlich geringere Verwaltungsgebühren als aktiv verwaltete Fonds. Doch rund um diese scheinbar unkomplizierte Anlageform ranken sich hartnäckige Mythen, die beeinflussen können, wie Anleger investieren und ob sie das Beste aus diesen Produkten herausholen.
Bekannte Beispiele wie der Schwab S&P 500 Index Fund oder der Vanguard Information Technology ETF zeigen, wie unterschiedlich Indexfonds aufgestellt sein können. Genau diese Vielfalt macht es wichtig, die gängigsten Missverständnisse zu kennen und zu verstehen, was Indexfonds wirklich leisten – und was nicht.
Mythos 1: Indexfonds sind risikofrei
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, dass passives Investieren automatisch risikofrei sei. Das stimmt nicht. Zwar umgehen Indexfonds das sogenannte Managerrisiko – also die Gefahr, dass ein aktiver Fondsmanager hinter der Benchmark zurückbleibt – doch das Marktrisiko bleibt vollständig bestehen. Fällt der zugrunde liegende Markt stark, fällt der Indexfonds mit ihm.
Das bedeutet für Anleger: Ein breit diversifiziertes Portfolio und ein langer Anlagehorizont bleiben unverzichtbar. Zudem gilt: Ein Indexfonds ist nur so stark wie der Index, den er abbildet. Je ungewöhnlicher oder enger gefasst der Index ist, desto genauer muss er beobachtet werden.
Mythos 2: Indexfonds bieten immer breite Diversifizierung
Indexfonds sind zwar auf Diversifizierung ausgelegt, doch mehrere Faktoren können diese in der Praxis einschränken. Anleger sollten folgende Punkte im Blick behalten:
Gewichtung nach Marktkapitalisierung:
Viele Indizes gewichten größere Unternehmen stärker, sodass sich ein Fonds faktisch auf wenige große Aktien konzentrieren kann.
Sektorkonzentration:
Fonds mit hohem Engagement in einzelnen Branchen – etwa Technologie oder Immobilien – sind anfälliger, wenn genau dieser Sektor schwächelt.
Geografische Konzentration:
Fonds, die ausschließlich einen nationalen Markt abbilden, profitieren nicht vom Wachstum internationaler Märkte.
Begrenzte Titelanzahl:
Indizes mit wenigen enthaltenen Aktien erhöhen das Risiko, wenn diese Titel gleichzeitig in eine Schwächephase geraten.
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Zur AktienanalyseEin Beispiel macht das deutlich: Wer in den Vanguard Information Technology ETF investiert und der Technologiesektor entwickelt sich unterdurchschnittlich, wird die Folgen spüren – unabhängig davon, wie „diversifiziert" der Fonds auf dem Papier wirkt.
Mythos 3: Passives Investieren heißt „einmal anlegen und vergessen"
Der geringe Betreuungsaufwand gilt als einer der größten Vorteile von Indexfonds. Doch das bedeutet nicht, dass Anleger nach dem Kauf völlig passiv bleiben können. In der Praxis sind weiterhin folgende Maßnahmen notwendig:
- Regelmäßige Überwachung der Asset-Allokation über Aktien, Anleihen und Barmittel hinweg
- Rebalancing der Anlagen, wenn sich die Märkte bewegen
- Sicherstellen, dass das Portfolio nicht vom angestrebten Risikoniveau abweicht
Indexfonds können aufgrund niedriger Gebühren, Diversifizierung und eines passiven Managementansatzes eine hervorragende Anlage sein. Sie ersetzen jedoch keine übergeordnete Anlagestrategie. Wer langfristig erfolgreich investieren möchte, kommt nicht umhin, sein Portfolio regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen – auch wenn der Aufwand deutlich geringer ist als bei aktiv verwalteten Fonds.


