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DP World: CEO tritt nach Epstein-Verbindungen zurück

Dubais größter Hafenbetreiber vollzieht Führungswechsel nach Veröffentlichung belastender Dokumente durch US-Justizministerium.

DP World: CEO tritt nach Epstein-Verbindungen zurück

Der Vorstandsvorsitzende und CEO von DP World, Sultan Ahmed bin Sulayem, ist mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern zurückgetreten. Der Schritt erfolgte, nachdem Details über seine frühere Beziehung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein öffentlich wurden. Das Unternehmen gab am Freitag bekannt, dass Essa Kazim zum neuen Vorsitzenden und Yuvraj Narayan zum Group Chief Executive Officer ernannt wurden.

Die kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten zeigen, dass Epstein Sulayem einst als "engen persönlichen Freund" und einen seiner vertrauenswürdigsten Freunde bezeichnete. Gegen Sulayem wurde keine strafrechtliche Anklage erhoben. Die Behörden betonen, dass eine Erwähnung in den Epstein-Akten weder auf Fehlverhalten hindeutet noch beweist, dass der Name Teil einer angeblichen Kundenliste war.

DP World teilte der Nasdaq Dubai mit, die Neubesetzungen würden "die Strategie für nachhaltiges Wachstum unterstützen" und Dubais Position als führendes Drehkreuz für Handel und Logistik festigen. Das Unternehmen ist einer der weltweit größten Hafenbetreiber und wickelt rund zehn Prozent des globalen Containerhandels ab.

Internationale Partner setzen Investitionen aus

In den vergangenen Tagen wuchs der Druck auf Sulayem erheblich. Kanadas zweitgrößter Pensionsfonds La Caisse, der in den letzten zehn Jahren gemeinsam mit DP World mehr als 5 Milliarden US-Dollar investiert hat, kündigte an, den "Einsatz von zusätzlichem Kapital an der Seite des Unternehmens" zu pausieren. Der Fonds betonte, es sei wichtig, zwischen dem Unternehmen und der Einzelperson zu unterscheiden.

Auch British International Investment, das gemeinsam mit DP World in vier afrikanische Häfen investiert, erklärte, neue Investitionen vorerst auszusetzen. Die internationalen Partner forderten DP World auf, die "erforderlichen Maßnahmen" zu ergreifen.

Prominente Wirtschaftsfigur Dubais

Sulayem gilt als eine der einflussreichsten Wirtschaftspersönlichkeiten Dubais und stammt aus einer der wichtigsten Familien des Emirats. Sein Vater war Berater der herrschenden Familie Al Maktoum. Sulayem stand seit 2007 als Vorsitzender und seit 2016 als CEO an der Spitze von DP World.

Unter seiner Führung entwickelte sich der Hafen Jebel Ali in Dubai zu einem bedeutenden Tiefwasser-Schifffahrtsdrehkreuz. Zudem baute er DP World zu einem internationalen Logistikimperium aus. Zuvor leitete er auch Nakheel Properties, wurde dort jedoch nach den Schuldenproblemen von Dubai World während der Finanzkrise 2008 abgelöst.

Details der Epstein-Verbindung

Die veröffentlichten Dokumente zeigen, dass Sulayem auch nach Epsteins Verurteilung 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen mit ihm in Kontakt stand. Der Austausch umfasste geschäftliche Diskussionen, wobei Sulayem häufig Epsteins Rat zu Treffen, Kontakten und Investitionen suchte.

Die Unterlagen befassten sich auch mit Absprachen bezüglich Masseusen, sexuellen Begegnungen, Escort-Diensten sowie anzüglichen Kommentaren. Das Ausmaß der Beziehung wurde erst in den vergangenen Wochen nach Veröffentlichung der jüngsten Akten vollständig bekannt.

Neue Führung mit Erfahrung

Der neue Vorsitzende Essa Kazim war zuletzt Gouverneur des DIFC, des Finanzzentrums von Dubai. Der neue CEO Yuvraj Narayan ist seit 2005 im Unternehmen tätig und war zuletzt stellvertretender CEO sowie CFO bei DP World. Beide Führungskräfte bringen umfangreiche Erfahrung in der Finanz- und Logistikbranche mit.

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